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Sony und Valve etablieren Verbindung zwischen Steam und PSN

Über "Marvel's Spider-Man Remastered" und die PSN-Seite können PlayStation-Nutzer:innen ihren Account nun mit Steam verbinden. Mit der Integration von Steam ins PlayStation Network greifen Valve und Sony eine vielversprechende, aber lange vergessene Kooperation wieder auf.

07.10.2022 10:55 • von

Sonys Strategie zur Nutzung des PCs als Zweitplattform für die eigenen Spiele nimmt immer deutlicher Form an. Über die Patch Notes der Steam-Version von "Marvel's Spider-Man Remastered" ließ der PlayStation-Hersteller nun wissen, dass die Integration von Steam- und PSN-Accounts nun gegenseitig möglich sei. Spieler:innen können sich in "Spider-Man" auf dem PC mit ihrem PlayStation-Network-Account anmelden. Als Anreiz dazu erhalten sie ingame-Kostüme und Skillpunkte, außerdem sollen dann im Spielmenü Werbeflächen für andere PlayStation-Angebote angezeigt werden.

Obwohl die Neuerung im Zusammenhang mit "Marvel's Spider-Man Remastered" im Rücken gemeldet wurde, ist die Accountverknüpfung nicht spielgebunden. Auf der PSN-Website können Spieler:innen ihren Steam- und PSN-Account dauerhaft verlinken. "Verbinde dein Steam-Konto mit dem PlayStation Network, um Freischaltungen für dieses und andere PlayStation Studios-Spiele zu erhalten. Außerdem erhältst du die neuesten Nachrichten, Updates und Angebote von PlayStation Studios-Spielen auf PC- oder PlayStation-Plattformen," klärt die Website über den Prozess und Nutzen der Verknüpfung auf.

Da Steam Sonys ausgewählte Plattform für die eigenen PC-Ports ist, und da Hermen Hulst, Direktor der PlayStation Studios, zuletzt erst klarmachte, dass Sonys Bemühungen auf dem PC nur wachsen werden, ergibt die Zusammenarbeit mit Valves Verkaufsplattform durchweg Sinn. Sony erhält damit eine etablierte Verkaufplattform und eine enormes Publikum an interessierten Spieler:innen, und Valve das Prestige der PlayStation-Blockbuster und die Nutzer:innen-Daten von Konsolen-Spieler:innen.

Dazu kommt außerdem eine erleichternde Tatsache, die gerne vergessen wird: Die Verschränkung der beiden hauseigenen Netzwerke zwischen Valve und Sony ist nicht ohne Präzedenzfall. Bereits 2011 arbeiteten die beiden Firmen zusammen, um Valves "Portal 2" auf die PlayStation 3 zu bringen. Gerüchtehalber hätte Valve ansonsten nicht zugestimmt, das Spiel auf die exzentrisch gebaute Konsole zu portieren, und so willigte Sony schließlich ein, eine Verknüpfung des PSN-Accounts mit dem Steam-Account innerhalb von "Portal 2" zuzulassen. Spieler:innen, die diese Möglichkeit nutzten, bekamen mit gekaufter PS3-Fassung von "Portal 2" nicht nur die Steam-Version geschenkt, sie konnten auch Cross-Play mit Spieler:innen der PC-Fassung im Koop-Modus nutzen. Alle Achievements beziehungsweise Trophäen wurden zudem zwischen beiden Netzwerken geteilt.

Die grundlegende Infrastruktur und die willigen Kooperationskanäle zwischen Valve und Sony waren mit Blick auf 2011 also bereits vorhanden. Es erscheint daher umso logischer, dass sich Sony für seine PC-Vorhaben an Valve wendet, um mit der etablierten Steam-Plattform gegen Microsofts eigene, derzeit durch Game Pass for PC deutlich ausgeprägtere Stellung auf dem Computermarkt anzugehen.

Pascal Wagner