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YouTube erweitert Monetarisierung auf Shorts und baut Musiklizenzpool aus

Am 20. September lud das YouTube-Team zu einer Onlinepräsentation unter dem Motto "Made On YouTube". Dabei ging es unter anderem um eine Öffnung des Partnerprogramms, um einen wachsenden Fundus an vorab lizenzierter Musik und um neue Möglichkeiten der Monetarisierung der YouTube Shorts. Aber auch eine PR-taugliche Zahl hatte das Unternehmen im Gepäck.

21.09.2022 08:44 • von Norbert Schiegl
Stellte das Programm Creator Music vor: Lyor Cohen bei seinem Auftritt auf der "Made On YouTube"-Bühne (Bild: Screenshot YouTube.com)

Am 20. September 2022 lud das YouTube-Team um unter anderem CEO Susan Wojcicki und Lyor Cohen, der bei YouTube als Global Head of Music fungiert, zu einer Onlinepräsentation unter dem Motto "Made On YouTube". Dabei ging es unter anderem um eine Öffnung des Partnerprogramms, um einen wachsenden Fundus an vorab lizenzierter Musik und - angesichts der wachsenden Bedeutung von Kurzformvideos der vielleicht interessanteste Punkt - um neue Möglichkeiten der Monetarisierung der YouTube Shorts.

So sollen ab Anfang 2023 auch Kreativschaffende, die sich auf das Shorts-Format spezialisiert haben, Zugang zum YouTube-Partnerprogramm (YPP) erhalten können. Zumindest, wenn sie als Voraussetzung dafür die Marke von 1000 Abonnent:innen und zehn Millionen Aufrufen ihrer Clips binne 90 Tagen erreichen. Unterm Strich bedeutet das, dass Kreativschaffende künftig auch die Einnahmen aus Werbung im Umfeld der Shorts monetarisieren können.

Die YouTube Shorts kommen inzwischen laut Unternehmensangaben täglich weltweit auf zusammen mehr als 30 Milliarden Abrufe; mehr als 1,5 Milliarden Nutzer:innen loggen sich hier pro Monat ein.

Zudem kündigte YouTube die Einführung eines Programms namens Creator Music an: Hier will man den sogenannten Creator:innen einfachen Zugriff auf einen vorab für den Einsatz in Clips lizenzierten Musikkatalog bieten, denn schließlich habe "die Komplexität der Musiklizenzen" dazu geführt, "dass die meisten Creator:innen von Videos mit Musik nicht vergütet werden", wie das Unternehmen die Problemlage zusammenfasst.

Mit dem Programm Creator Music baue man nun eine Brücke zwischen den YouTubern und der Musikwirtschaft, sagte Lyor Cohen. Der Einsatz bekannter Songs könne dabei einerseits die Reichweiten der YouTuber anschieben, andererseits aber auch den Rechteinhaber:innen Zugang zu Hörerschaften mit große Potenzial verschaffen. Creator Music laufe derzeit in den USA in der Beta-Phase, soll "später im Herbst" starten und 2023 auf weitere Länder ausgeweitet werden, heißt es aus dem Hause YouTube.

"Die Idee hinter Creator Music ist zukunftsweisend", sagte Cohen bei seinem Auftritt, der auf den YouTube-Seiten auch weiterhin zu sehen ist. "Mit Creator Music haben Künstler:innen eine neue Möglichkeit, ihre Musik in die Welt zu bringen, während Fans ihre Lieblingsmusik auf ihren Lieblingskanälen entdecken können. Gleichzeitig profitieren sowohl Künstler:innen als auch Creator:innen von neuen Einnahmequellen."

Nach den erst jüngst von Lyor Cohen verkündeten Ausschüttungen von sechs Milliarden Dollar an Rechteinhaber- und Künstler:innen aus dem Musikbereich hatte das Unternehmen auch diesmal eine

Text: Knut Schlinger