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Update: AppLovin zieht Angebot für Unity zurück

Das US-Unternehmen AppLovin hat sein Anfang August vorgelegtes Gegenangebot für eine Fusion mit Unity zurückgezogen. Zuvor hatte das Board von Unity der ungefragten Offerte eine Abfuhr erteilt. AppLoving hatte sein Angebot als Störfeuer vorgelegt, nachdem Fusionspläne zwischen Unity und dem AppLovin-Konkurrenten Ironsource bekannt wurden.

10.08.2022 11:35 • von Stephan Steininger
Mit einem Gegenangebot torpediert Adam Foroughi, CEO von Applovin, die Fusion von Unity und Ironsource. Er selbst wäre nach einer Fusion COO neben Unity-CEO John Riccitiello, der auch das gemeinsame Unternehmen führen soll (Bild: AppLovin)

Das US-Unternehmen AppLovin will nun doch nicht mehr mit Engine-Hersteller Unity fusionieren. Die Kalifornier haben ihr am 10. August unterbreitetes Angebot fallengelassen und angekündigt, kein nachgebessertes Angebot vorzulegen. "Wir bleiben weiterhin zuversichtlich über das langfristige Wachstumspotenzial unserer Kernmärkte und von AppLovin", sagt Adam Foroughi, CEO und Mitbegründer von AppLovin. "Unser erfahrenes und engagiertes Team wird sich weiterhin auf das konzentrieren, was wir kontrollieren können, einschließlich der kontinuierlichen Verbesserung unserer Produkte und Technologie und der Expansion in neue, wachstumsstarke Märkte."

Dem Rückzug Applovin ging jedoch auch eine Absage des Unity-Boards aus. Das hatte unter der Führung von CEO John Riccitiello das Gegenangebot geprüft und kam nach eigenen Angaben zu dem Schluss, dass der Zusammenschluss mit der israelischen Gesellschaft ironSource das Beste im Sinne der Unity-Aktionär:innen sei.

AppLovin hatte sein Angebot ungefragt vorgelegt, kurz nachdem der Mitbewerber ironSource ein Übernahmeangebot an Unity veröffentlicht hatte. Obwohl die Initaive von ironSource ausging werden bei einer Zustimmung aller Anteilseigner:innen die Unity-Aktionäre mehr Anteile am dann fusionierten Unternehmen halten, als die ironSource-Aktionäre. Auch soll die Firma nach der Fusion weiter als Unity im Markt auftreten.

Ursprünliche Meldung vom 10. August 2022

AppLovin torpediert Unity-Ironsource-Fusion mit Gegenangebot

Platz die Fusion von Unity und Ironsource? Das US-Unternehmen AppLovin arbeitet jedenfalls genau auf dieses Ziel hin. AppLovin ist Anbieter verschiedener Werbe-, Marketing- und Analyseplattformen für die Vermarktung von Apps und damit ein Mitbewerber von Ironsource. Dass sich diese mit dem größten Anbieter von Game-Dev-Tools zusammenschließen passt AppLovin offenbar gar nicht. Deshalb unterbreitete AppLovin dem Verwaltungsrat von Unity Software ein eigenes Übernahmeangebot.

Das Angebot sieht eine Fusion per Aktientausch vor, wobei AppLovin einen Preis von 58,85 US-Dollar pro Unity-Aktie vorsieht. Das entspricht einem Aufpreis von 18 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs und einem Plus von 48 Prozent gegenüber dem Kurs vom 12. Juli, als die Fusionspläne zwischen Unity und Ironsource öffentlich gemacht wurden wurden. Unity würde nach dem Angebot von AppLovin mit rund 20 Mrd. Dollar bewertet.

Ähnlich wie bei der geplanten Fusion mit Ironsource wäre Unity in dieser Verbindung der stärkere Partner, wenngleich nicht ganz so deutlich. Die bisherigen Unity-Aktionär:innen würden 55 Prozent des neuen Unternehmens halten. Bei Ironsource wären es 73,5 Prozent des neu entstehenden Unternehmens. Unity-CEO John Riccitiello wäre jedoch auch bei einem Zusammenschluss mit AppLovin als CEO des gemeinsamen Unternehmens vorgesehen. Der AppLovin-CEO Adam Foroughi würde COO.

Da es sich bei dem Angebot um ein bislang einseitiges und nicht bindendes Angebot handelt bleibt die Reaktion des Unity-Verwaltungsrats abzuwarten. Tatsächlich ist das AppLovin-Angebot an verschiedene Bedingungen geknüpft und zwar vor allem, dass die geplante Fusion mit IronSource abgeblasen wird.

Spannend dürften auch die Reaktionen aus der Branche auf dieses neue Angebot sein. Zwar ergibt ein Zusammenschluss von Unity mit einem eher der Vermarktung von Apps verschriebenen Unternehmen aus Firmensicht durchaus Sinn, viele Spieleentwickler sehen diese Entwicklung jedoch skeptisch, da sie fürchten bei der Vermarktung ihrer mit Unity entwickelten Apps weniger Freiraum zu haben. Hinzu kommt, dass speziell Ironsource eine - wenn auch lange zurückliegende - Vergangenheit als Entwicklungsfirme von Mal- und Spyware hat.