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Switch-Absatz und Softwareverkäufe im ersten Quartal rückläufig

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 sind sowohl die Verkäufe von Switch-Konsolen als auch von Games rückläufig. Abseits von Lieferengpässen und "anderen Faktoren" blickt Nintendo aber optimistisch in die Zukunft.

03.08.2022 15:49 • von
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 sind sowohl die Verkäufe von Switch-Konsolen als auch von Games auf der Plattform rückläufig. (Bild: Nintendo)

Nintendo hat von April bis Juni 2022 weltweit 3,43 Millionen Konsolen aus der Switch-Familie ausgeliefert. Der Großteil entfällt mit 1,52 Millionen auf das OLED-Modell, 1,32 Millionen auf die Standard-Version und 0,59 Millionen auf das Lite-Gerät. Damit befinden sich seit Markteinführung im März 2017 111,08 Millionen Exemplare in Umlauf. 41,41 Millionen Software-Titel wurden im besagten Quartal verkauft; gesamt: 863,59 Millionen. Aufgrund der Auswirkungen von Lieferengpässen bei Halbleitern sowie anderen Komponenten und nicht näher spezifizierten, anderen Faktoren gingen die Hardware-Verkäufe um 22,9 Prozent und die Software-Verkäufe um 8,6 Prozent zurück, jeweils im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der "Annual Playing Users" stieg auf 104 Millionen.

Zudem sind mehrere Verkaufszahlen genannt worden. Das im April veröffentlichte "Nintendo Switch Sports" hat sich bis Ende Juni über 4,84 Millionen Mal verkauft. "Mario Strikers: Battle League" aus dem Juni legte laut Nintendo "einen guten Start" mit 1,91 Millionen verkauften Exemplaren hin. Der Backkatalog-Titel "Kirby und das vergessene Land" schaffte 1,88 Millionen Verkäufe im Quartal und 4,53 Millionen Gesamtverkäufe. "Mario Kart 8 Deluxe" verkaufte sich über 1,48 Millionen Mal. Der Gesamtabsatz des Rennspiels liegt bei 46,82 Millionen.

Das Digitalgeschäft auf der Switch bezeichnet das Unternehmen als stark und auch die Umsätze mit Nintendo Switch Online würden steigen. 53 Prozent des Software-Umsatzes wurde im Digitalbereich erzielt. Im Vorjahr lag der relative Anteil noch bei 46,9 Prozent. Darüber hinaus stiegen die Verkäufe von Zusatzinhalten nicht nur für Nintendo-Titel, sondern auch für Titel von anderen Publishern, was dazu beitrug, den Digitalumsatz auf 88,0 Milliarden Yen bzw. 730 Millionen Euro zu steigern, ein Plus von 16,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Einnahmen aus dem Lizenzgeschäft waren stabil, während die Erlöse aus den Inhalten für Smart-Devices zurückgingen, was zu einem Gesamtumsatz von 10,9 Milliarden Yen, ca. 80,5 Millionen Euro, bei den Mobile- und IP-bezogenen Einnahmen führte, ein Rückgang von 16,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt belief sich der Nettoumsatz auf 307,4 Milliarden Yen, knapp 2,269 Milliarden Euro, wobei 79,9 Prozent im Ausland umgesetzt wurden. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent. Der Betriebsgewinn lag bei 101,6 Milliarden Yen, ungefähr 750 Millionen Euro, ein Rückgang um 15,1 Prozent. Aufgrund der Abwertung des Yen an den Devisenmärkten verzeichnete Nintendo Wechselkursgewinne in Höhe von 51,7 Mrd. Yen (328 Millionen Euro), was zu einem ordentlichen Gewinn von 166,7 Mrd. Yen führte, ca. 1,23 Milliarden Euro.

Es wurden keine Änderungen an der ursprünglichen Finanzprognose für das laufende Geschäftsjahr vorgenommen. Von April 2022 bis März 2023 möchte Nintendo weiterhin 21 Millionen Switch-Konsolen absetzen, sofern sie in der Lage sind, die Produkte entsprechend der Absatzplanung herzustellen. Der Software-Absatz soll bei 210 Millionen Einheiten liegen.

Nintendo versucht weiter die Attraktivität aller drei Hardware-Modelle zu bewerben, um das Verkaufsmomentum aufrechtzuerhalten und die Basis der Nutzer:innen zu erweitern. Kürzlich ist "Xenoblade Chronicles 3" veröffentlicht worden. Im September wird "Splatoon 3" folgen, im Oktober "Bayonetta 3" und im November "Pokémon Karmesin & Purpur". "Auch andere Softwarehersteller planen die Veröffentlichung einer Vielzahl attraktiver Titel und wir werden daran arbeiten, die Plattform durch die Kombination bestehender populärer Titel und einen kontinuierlichen Strom neuer Titel zu beleben", so Nintendo.

Marcel Kleffmann