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Unity integriert Ironsource durch Fusion

Der nächste Milliardendeal im Gamesbusiness: Der Engine- und Technologiehersteller Unity und Ironsource wollen fusionieren. Die Aktientransaktion hat ein Volumen von knapp 4,4 Mrd. Dollar. Am Ende wird Ironsource ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der neuen Unity, an dem die bisherigen Ironsource-Aktionäre 26,5 Prozent halten.

13.07.2022 16:05 • von Stephan Steininger

Die Marktkonsolidierung im Spielebereich macht auch vor dem Technologiesektor nicht halt. Mit Unity und Ironsource haben zwei der führenden Unternehmen in ihren jeweiligen Teilmärkten einen Milliarden-schweren Zusammenschluss angekündigt. Konkret ist eine Fusion durch eine vollständige Aktienumwandlung geplant. Ironsource, das in dem Deal mit knapp 4,4 Mrd. Dollar bewertet wird, geht als Tochterunternehmen in dem neuen Unternehmen auf, das weiterhin als Unity agiert. Die bisherigen Unity-Aktionär:innen halten 73,5 Prozent, die bisherigen Ironsource-Anteilseigener:innen 26,5 Prozent am neuen Unternehmen.

"Wir glauben, dass die Welt ein besserer Ort ist, wenn es mehr erfolgreiche Kreative in ihr gibt", sagt John Riccitiello, CEO von Unity. "Die Kombination von Unity und ironSource unterstützt Entwickler aller Größenordnungen, indem sie ihnen alle Werkzeuge an die Hand gibt, die sie benötigen, um erfolgreiche Apps für Spiele und andere verbraucherorientierte Bereiche wie E-Commerce zu entwickeln und zu vertiefen." Dies sei ein weiterer Schritt zur Verwirklichung der Unity Vision einer vollständig integrierten Plattform, die Entwicklern bei jedem Schritt ihrer Realtime-3D-Reise helfe.

Tatsächlich ergänzen sich die Technologien von Unity und Ironsource vor allem im Bereich der Mobile-App und Mobile-Game-Vermarktung nahtlos. Während Unity vor allem für die Erstellung des Contents Tools und Lösungen anbietet fokussiert Ironsource die Stufen Veröffentlichung und Live-Betrieb in der Wertschöpfung. Die Bündelung von Tools aus der Wertschöpfung könnte mittelfristig aber auch negative Effekte haben, beispielsweise wenn die Kompatibilität mit anderen Publishing- und Live-Ops-Lösungen leidet. Doch das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen.

Aus Business-Perspektive ist der Zusammenschluss sicher sinnvoll, nicht zuletzt da man sich bis 2024 positive Synergieeffekte von jährlich 300 Millionen Dollar beim Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und andere Aufwendungen erwartet. Für die Anteilseigner ebenfalls interessant sind verschiedene Nebenvereinbarungen des Abkommens. So planen die beiden Unity-Großaktionäre Silver Lake und Sequotia weitere Investitionen in Unity von kumuliert einer Mrd. Dollar. Zugleich wurde der Verwaltungsrat autorisiert, in einem 24-Monats-Zeitraum für bis zu 2,5 Mrd. Dollar eigen Aktien zurückkaufen zu können, sobald die Fusion abgeschlossen wurde.