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Ampere Analysis prognostiziert schrumpfenden Spielemarkt 2022

Nach zwei wachstumsstarken Jahren wird der Markt für Computer- und Videospiele sowie Dienstleistungen im Gaming-Segment im Vergleich zu 2021 leicht sinken. Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig: von dem Krieg in der Ukraine über Inflation und steigende Lebenshaltungskosten bis hin zu Verschiebungen von AAA-Spielen und Kannibalisierungseffekte.

06.07.2022 13:04 • von
Ampere Analysis prognostiziert schrumpfenden Spielemarkt 2022 (Bild: Ampere Analysis)

Die Marktforscher:innen von Ampere Analysis prognostizieren, dass der weltweite Markt für Computer- und Videospiele sowie Dienstleistungen im Gaming-Segment im Jahr 2022 auf 188 Mrd. Dollar (184 Mrd. Euro) zurückgehen wird - ein Rückgang um 1,2 Prozent, wobei anzumerken ist, dass Gaming-Hardware von Ampere Analysis nicht berücksichtigt wird. Nach einer starken Marktentwicklung im vergangenen Jahr 2021, in dem 191 Mrd. Dollar (ca. 187 Mrd. Euro) und ein Wachstum um fünf Prozent gegenüber 2020 unter dem Strich standen, ist es in der ersten Jahreshälfte 2022 "zunehmend unruhig geworden", heißt es in dem Bericht. "Dennoch wird das Jahr deutlich über dem Niveau vor der Pandemie enden und die Aussichten für den Sektor insgesamt bleiben positiv, da für 2023 wieder ein Wachstum prognostiziert wird", so Research Director Piers Harding Rolls.

Der Rückgang wird auf die "Einkehr der Normalität" nach der Covid-19-Pandemie und dem starken Wachstum der Branche in dieser Zeit zurückgeführt, besonders in gesättigten Märkten. Zudem sind Gamesverkäufe sind nicht immun gegen makroökonomische Turbulenzen wie Inflation und steigende Lebenshaltungskosten. "Die Vorstellung, dass der Spielemarkt 'rezessionssicher' ist, ist ein Trugschluss. Spiele sind jedoch nach wie vor sehr preiswert und wenn die Verbraucher:innen andere Ausgaben einschränken, dafür aber mehr zu Hause sind, wird die Branche relativ gut vor den schlimmsten Auswirkungen einer weltweiten Konjunkturabschwächung geschützt sein", so die Marktforscher:innen. Ampere Analysis geht davon aus, dass sich der Markt im Jahr 2023 erholen und auf 195 Mrd. Dollar (ca. 191 Mrd. Euro) steigen wird.

Als ein Grund für den Rückgang wird der Krieg in der Ukraine genannt. Ampere prognostiziert, dass der russische Markt im Jahr 2022 auf Platz 14 der weltweiten Rangliste der Spielemärkte zurückfallen wird, im Vorjahr lag Russland noch auf Platz 10. Der russische Markt soll 1,2 Mrd. Dollar (1,17 Mrd. Euro) an Wert verlieren wird.

Im Bericht wird für das Mobile-Games-Segment ein Rückgang von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geschätzt, hauptsächlich durch die Veränderung der Datenschutzeinstellungen und der dadurch erschwerten Nutzerakquise. Bei PC-Spielen wird ein Rückgang von drei Prozent erwartet - als Gründe werden die Kannibalisierung durch Mobile Games und die Verzögerungen bei AAA-Veröffentlichungen genannt. Bei Konsolenspielen werden kaum Änderungen erwartet, trotz anhaltender Hardware-Lieferschwierigkeiten und Verschiebungen zahlreicher AAA-Titel auf 2023. Das Cloud-Segment, das nur reine Streaming-Abonnementdienste umfasst, soll von einer sehr kleinen Basis aus stark wachsen. "In erster Linie wird die Streaming-Distribution am effektivsten als Mehrwertangebot für etablierte Download-Abonnementdienste wie Xbox Game Pass genutzt", heißt es.

Marcel Kleffmann