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Siemens und Nvidia arbeiten an digitalen Fabrik-Zwillingen

Siemens und Nvidia arbeiten an neuen Möglichkeiten für die Fertigungsindustrie. So soll ein digitaler Zwilling einer Anlage diverse Fertigungsvorgänge in das Metaverse verlegen. Für das Vorhaben sollen die beiden Plattformen Siemens Xcelerator und Nvidia Omniverse verbunden werden.

30.06.2022 12:29 • von
Jensen Huang (links), Gründer und CEO von Nvidia und Roland Busch (rechts), CEO der Siemens AG. (Bild: Siemens AG)

Siemens will die Fertigungsindustrie digitaler machen. Dafür ging am Mittwoch beim Münchner Unternehmen die Plattform namens Siemens Xcelerator an den Start. Auf der Plattform können mit fotorealistischen und physikalisch korrekten 3D-Modellen die Prozesse simuliert und optimiert werden. Für die Modelle wird Nvidia Omniverse genutzt. Siemens stellt die Modelle bereit und Nvidia überträgt sie mit ihrer hauseigenen KI auf die Plattform, um den digitalen Zwilling der Anlagen zu erstellen. Diese soll den Fertigungsprozess digitalisieren sowie optimieren und die Industrie mehr in die Richtung eines industriellen Metaverse bewegen.

Die Plattform soll Software und Hardware von Siemens präsentieren und anbieten, aber auch Dritte können ihre Produkte an Siemens Xcelerator anbinden. Neben Nvidia sind 50 weitere Unternehmen zertifizierte Partner. Wie Peter Körte, der CTO der Siemens AG, mitteilte, will das Unternehmen primär die Anzahl der Interaktionen steigern und die Plattform nicht zu früh monetarisieren.

"Fotorealistische, physikbasierte digitale Zwillinge, die in das industrielle Metaverse eingebettet sind, bieten ein enormes Potenzial, unsere Wirtschaft und Industrie zu verändern, indem sie eine virtuelle Welt schaffen, in der Menschen interagieren und zusammenarbeiten können, um reale Probleme zu lösen. Durch diese Partnerschaft werden wir das industrielle Metaversum für Unternehmen jeder Größe zur Realität machen. Seit mehr als einem Jahrzehnt hilft unsere digitale Zwillingstechnologie Kunden aus allen Branchen, ihre Produktivität zu steigern, und bietet heute den umfassendsten digitalen Zwilling der Branche. Wenn Siemens Xcelerator mit Omniverse verbunden wird, ermöglichen wir ein immersives Echtzeit-Metaverse, das Hardware und Software von der Edge bis zur Cloud mit den umfangreichen Daten aus der Software und den Lösungen von Siemens verbindet", so Roland Busch, CEO der Siemens AG.

"Siemens und Nvidia teilen die gemeinsame Vision, dass das industrielle Metaverse die digitale Transformation vorantreiben wird. Dies ist nur der erste Schritt in unseren gemeinsamen Bemühungen, diese Vision für unsere Kunden und alle Teile der globalen Fertigungsindustrie zu verwirklichen. Die Verbindung zu Siemens Xcelerator wird Nvidias Omniverse und KI-Ökosystem für eine ganz neue Welt der industriellen Automatisierung öffnen, die auf den mechanischen, elektrischen, Software-, IoT- und Edge-Lösungen von Siemens aufbaut", sagte Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia.