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Tencent Games kündigt mehr als 40 Projekte an

Auf dem hauseigenen Event "Spark 2022" hat Tencent Games über 40 Projekte angekündigt, die den chinesischen Markt betreffen. Hierzu gehören Spiele, die Cloud-Game-Technologie "Start Engine" und mehrere Kollaborationen in den Bereichen Kulturerbe, Wirtschaft und Forschung.

28.06.2022 13:34 • von
Tencent Games präsentierte 44 Projekte für den chinesischen Markt auf dem Spark-2022-Event. (Bild: Tencent)

Tencent Games hat auf dem hauseigenen Event "Spark 2022" 44 neue Projekte für den chinesischen Markt angekündigt. Neben neuen Spielen und der Cloud-Game-Technologie "Start Engine" werden einige in Games eingesetzte Technologien auch für kulturelle, wirtschaftliche und wissenschaftliche Forschungen genutzt.

Steven Ma, Senior Vice President, betonte während der digitalen Präsentation die Wichtigkeit und den Nutzen von Crossover-Technologien, die ihren Ursprung in der Spieleentwicklung haben: "Die Spieleindustrie ist keine Branche, die sich in Isolation entwickelt. Von Beginn an ging sie Hand in Hand mit modernsten Technologien und konnte eine Reihe an einzigartigen technischen Möglichkeiten ansammeln. Zusammen mit dem kontinuierlichen technologischen Fortschritt und wachsendem Verständnis werden Games sowohl in wirtschaftlichen als auch sozialen Gebieten eine immer wichtigere Rolle einnehmen und so zu noch erstaunlicheren Durchbrüchen in der Technologie führen, die das Leben bereichern."

Angekündigt wurde unter anderem das Open-World-Action-Rollenspiel "Code: To Jin Yong", welches das chinesische Martial-Arts-Genre "Wuxia" mithilfe der Unreal Engine 5 spielerisch zum Leben erwecken soll (Trailer). Das strategische Mobile Game "Return to Empire" entsteht bei der TiMi Studio Group in Zusammenarbeit mit Xbox Game Studios auf Basis der Age-of-Empires-Marke. Das Spiel soll klassische RTS-Elemente auf einem 625 km² großen 3D-Schlachtfeld bieten und wird speziell für den chinesischen Markt entwickelt wird. Darüber hinaus wird "League of Legends Esports Manager", ein Mobile Game zu den League-of-Legends-Turnieren, im Juli als Open Beta auf dem chinesischen Festland an den Start gehen.

Die Cloud-Game-Technologie "Start Engine" wurde mit der Demo "Evolution" vorgestellt (Trailer). Vorgeführt würde eine in Echtzeit stattfindende, interaktive Szene eines Kampfes mehrerer Spieler:innen gegen Dinosaurier auf unterschiedlichen Plattformen - von TV-Gerät bis Mobile. Allerdings wirkte das Spielgeschehen ziemlich unfertig, recht ruckelig und kämpfte mit Verzögerungen. "Das Team hinter Start Engine hat es sich zum Ziel gesetzt, Endnutzern eine brandneue Spieleerfahrung zu bieten und freut sich darauf, mit weltweit tätigen Studios, Indie-Entwicklern und der Filmindustrie zusammenzuarbeiten, um neue Möglichkeiten zu erschließen", heißt es weiter.

Das Unternehmen hob ebenfalls hervor, dass sie sich für die Bewahrung des Kulturerbes einsetzen würden. Sie hätten zum Beispiel die Große Mauer, die Bibliothekshöhle in Dunhuang und Beijings Zentralachse digital nachgebaut. "Hierfür kam Spieletechnologie wie Programmed Content Generation (PCG), Physics-based Rendering (PBR), Cloud Gaming, virtuelle Avatare und mehr zum Einsatz, die es ermöglichen, Kulturerbe in lebhafte Geschichten einzubetten", schreibt Tencent. Außerdem arbeitet das Unternehmen mit BaoSteel zusammen, um eine digitale Nachbildung eines Walzwerks in einer holographischen (ohne VR-Brille), digitalen 3D-Fabrik zu erstellen - zur Optimierung von Fertigungsprozessen. Auch mit dem Zhuhai Flight Training Center, ein Tochterunternehmen der China Southern Airlines, wird ein "Full Flight Simulator" realisiert.

Die Projekte im Bereich der wissenschaftlichen Forschung werden von Tencent Games so zusammengefasst: "Tencent Games tritt dem 'Chasing All Transients Constellation Hunters' (CATCH) Programm bei, das vom 'Key Laboratory of Particle Astrophysics' am Institut für Hochenergiephysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften ins Leben gerufen wurde. Das CATCH-Programm nutzt die branchenführende AI-Technologie von Tencent Games: 'Multi-Agent Reinforcement Learning'-Algorithmen ermöglichen es mehr als 100 Satelliten, das extreme Universum, in dem Materie in extremen Konditionen existiert, intelligent und kollaborativ zu beobachten. Technologien wie intelligente Handlungsgenerierung und physikalische Echtzeitsimulation, die u.a. bei Nichtspielercharakteren (NPCs) zum Einsatz kommen, werden eingesetzt, um Roboter smarter zu machen, während sie mit Menschen arbeiten. Hierfür wird die Fähigkeit von Robotern, in verschiedensten Situationen autonome Entscheidungen zu treffen verbessert. Dieser Durchbruch hilft dabei, zukünftige praktische Anwendungen in Bereichen wie Altenpflege und anderen menschenbezogenen Dienstleistungen zu ermöglichen."

Marcel Kleffmann