Games

Film- und Medienstiftung NRW fördert 14 Games-Projekte mit 800.000 Euro

14 Games- und VR-Projekte werden von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert. In der zweiten Sitzung des Jahres zur Förderung von digitalen Spielen und interaktiven Inhalten wurden 800.000 Euro vergeben.

24.06.2022 10:38 • von
In der zweiten Sitzung des Jahres zur Förderung von digitalen Spielen und interaktiven Inhalten vergab die Film- und Medienstiftung NRW 800.000 Euro. (Bild: Film- und Medienstiftung NRW)

Die Film- und Medienstiftung NRW fördert 14 Games-Projekte mit insgesamt 800.000 Euro. Gefördert werden zwei Projekte in der Herstellung, zehn Prototypen und zwei Konzepte.

Eine Herstellungsförderung in Höhe von 78.000 Euro geht an "Belonging" von Farbspiel Interactive aus Köln. In dem Adventure-Game suchen die Spieler:innen auf dem Anwesen einer Kultgemeinde nach Wertgegenständen. Dabei deckt man die Geschichte des Kultes auf und entdeckt vielfältige Beweggründe, die Menschen dazu verleiten, sich auf Kulte einzulassen. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte bereits Konzept sowie Prototyp. Die zweite Herstellungsförderung, 26.000 Euro, bekommt Kai Kramhöft aus Köln für "Boule Petanque - ein VR Sportspiel". In dem Titel kann Pentaque, Boule oder Boccia per Meta Quest gespielt werden.

Jeweils 80.000 Euro bekommen the Good Evil und Ludopium im Rahmen der Prototypenförderung. the Good Evil möchte in "Flucht + Widerstand" ein VR-Abenteuer inszenieren, in dem es um die Flucht aus einem französischen Sammellager der Nazis geht. "Die Entscheidungen und Konsequenzen jüdischer Widerständler:innen werden interaktiv erlebbar", heißt es. Ludopium erhält die Förderung für das narrative "Window Stories", in dem die Spielenden die Fassade eines Wohnhauses und so den Alltag der dort lebenden Menschen beobachten können. Es können keine Figuren gesteuert, aber mit Objekten interagiert werden, welche die Interaktion der Nicht-Spieler-Charaktere beeinflussen werden.

Drei Prototypen werden mit 79.000 Euro gefördert. Hierzu gehören das VR-Lernspiel "DigiDago - der virtuelle Schmied" rund um die Herstellung von Ketten von DIVR aus Dortmund, "Magic Pawnshop" von Spoonful Games aus Köln dreht sich um den Ausstieg aus dem Abenteurerinnen-Dasein einer alleinerziehenden Mutter und die narrative Business-Sim-App "Tiny Bookshop" von neoludic games aus Köln. Letztere soll gängige Lebens- und Wirtschaftsformen hinterfragen und Denkanstöße setzen. refutura aus Köln bekommt 70.000 Euro für die Smartphone-App "Emyo", mit der Kinder zwischen neun und 14 Jahren lernen sollen, was sie für ihr Leben täglich brauchen. "Tube Rider" von MadSign aus Bonn ist hingegen ein rhythmusbasierter Plattformer, der an das Synthwave-/Retrowave-Genre der 80er-Jahre angelehnt ist.

Mit 55.000 Euro wird der Prototyp von "A Mucus Tale" von Fake Lobster aus Bielefeld gefördert. Das Spiel "beginnt mit der Geburt des Hauptcharakters: Ein Parasit, der in einem schimmernden Schleim geboren wird; die Spur einer gigantisch großen Schnecke. Nachdem die Spielenden die Schnecke erreicht haben, erkunden sie die Welt, indem sie durch neu erlernte Fähigkeiten immer neue Bereiche dieser Welt zugänglich machen", so die Beschreibung des Vorhabens. Cyberwave aus Essen wird mit 40.000 Euro für "Solar Punk" unterstützt. Das Spiel ist ein First-Person-Survival-Abenteuer in einer technologisch fortgeschrittenen Welt aus schwebenden Inseln. Die letzte Prototypenförderung dieser Förderrunde geht an Thierhoff aus Düsseldorf: 25.000 Euro für die interaktive, filmische VR-Erfahrung "Invasive Memories", in der eine demente, ältere Dame begleitet wird, die sich an ihr früheres Leben zu erinnern versucht.

Gefördert wird ebenfalls die Konzeptentwicklung von zwei Titeln. rel.pink aus Köln bekommt 20.000 Euro für "Kinky Demons". Der Titel ist "ein sex-positives Action-Spiel, das in einer modernen Fantasy-Welt spielt, in der Dämonen die Welt überrannt haben. Dies stellt sich allerdings als Verschwörungstheorie heraus und die Dämonen mit ihren Fetischen entpuppen sich als normale Menschen." Buntspecht aus Köln erhält 19.000 Euro für "Midcard", ein Deckbuilding Action-Adventure in einer postapokalyptischen Zukunft. Künstliche Intelligenzen kämpfen in Duellen um Ruhm, Rang und ihren Aufstieg in die Singularität von Valhalla.

Zum Vergabegremium unter Vorsitz von Filmstiftungs-Geschäftsführerin Petra Müller gehören Ronald Kaulbach (Studio Brand Director Ubisoft Blue Byte), Julia Pfiffer (Geschäftsführerin astragon Entertainment), Andreas Suika (Global Content Evangelist Epic Games) und David von Galen (Referent Medienwirtschaft Staatskanzlei des Landes NRW). Der nächste Einreichtermin ist der 23. September 2022.

Marcel Kleffmann