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Hamburger Gamesförderung schöpft Jahresbudget in erster Sitzung aus

Sechs vielversprechende Projekte aus Hamburg erhalten im Rahmen der ersten Fördersitzung des Jahres eine Förderung von 398.000 Euro. Damit ist das Budget für dieses Jahr - möglicherweise auch aus taktischen Gründen - erschöpft. Die nächste Förderrunde ist nicht wie üblich im Herbst sondern erst wieder Anfang 2023 geplant.

17.05.2022 14:14 • von Stephan Steininger
Dennis Schoubye, Leiter der Gamecity Hamburg, kann nur hoffen, dass der Senat zusätzliche Gelder bewilligt. Ansonsten gibt es die nächste Gamesförderung in Hamburg erst 2023 (Bild: Oliver Reetz)

Gute wie schlechte Nachrichten für Hamburgs Spiele-Studios. Die gute Nachricht: Die Gamecity Hamburg gab nun die Ergebnisse der ersten Vergabesitzung des Jahres für die Hamburger Prototypen-Förderung bekannt. Gleich sechs Projekte können sich über nicht rückzahlungspflichtige Zuschüsse freuen. Je 80.000 Euro erhalten Tiny Roar für "Hexagone" und Super Crowd Entertainment für "Super Party Verse". Bestjack Entertainment mit "Dein Skat", Pseudoscience Interactive mit "Alchymia" sowie Symmetry Break Studio mit "Prospector" erhalten je 70.000 Euro. Denise Koch erhält für das Projekt "Monstersongs VR" 28.000 Euro.

"Wir sehen bei der Qualität der Bewerbungen für die Prototypenförderung eine positive Dynamik. Dabei sehen wir auch positive Effekte weiterer Förderprogramme wie unserem Games Lift Inkubator und unseres neuen Veranstaltungsformats 'Pitch Level Up'", so Dennis Schoubye, Leiter der Standortinitiative Gamecity Hamburg. Drei der jetzt geförderten Projekte stammen von Entwickler:innen, die zuvor den Games Lift Inkubator erfolgreich absolvierten.

Die schlechte Nachricht ist, dass sich die jetzt beschlossenen Förderungen auf den Betrag von 398.000 Euro summieren. Damit ist das Förderbudget für 2022 ausgeschöpft. Laut eigenen Angaben habe sich das Gremium auf Grund der hohen Qualität der eingereichten Projekte entschlossen, gleich mit der ersten Sitzung das Jahresbudget auszugeben. Damit steht aber fest: Anders als im Vorjahr gibt es im Herbst 2022 keine zweite Förderrunde. Der nächste Einreichtermin ist erst im Frühjahr 2023 angesetzt.

Ändern könnte das nur der Hamburger Senat, in dem er zusätzliche Mittel bewilligt. Auszuschließen ist das nicht, denn Hamburg hat in Sachen Gamesförderung Nachholbedarf. Tatsächlich war die Gamecity einst Vorreiter bei der Unterstützung der Branche, wurde dann aber von anderen Ländern überholt. Während sich Bayern, Berlin und NRW in den vergangenen Jahren immer wieder überboten und die Fördersummen aufstockten hab es in Hamburg viele Jahre gar keine Förderung. Das jetzige System startete erst 2020. Seither wurden allerdings 22 Prototypen mit 1,24 Mio. Euro gefördert.