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Ubisofts starkes Markentrio und mehr als zwei Mrd. Euro Umsatz

Im Geschäftsjahr 2021-22 haben die drei größten Ubisoft-Marken jeweils über 300 Millionen Euro bei den Nettobuchungen beigesteuert. Das sind Assassin's Creed, Far Cry und Rainbow Six Siege. Insgesamt sind die Backkatalog-Titel für knapp zwei Drittel der Nettobuchungen verantwortlich.

12.05.2022 09:45 • von
Im Geschäftsjahr 2021-22 setzte Ubisoft mehr als zwei Mrd. Euro um, unter anderem dank Assassin's Creed, Far Cry und Rainbow Six Siege. (Bild: Ubisoft)

Die Bilanzsaison geht weiter und auch Ubisoft hat den Geschäftsbericht für das Fiskaljahr 2021-22 vorgelegt. Von April 2021 bis Ende März 2022 hat das französische Unternehmen 2,13 Mrd. Euro nach IFRS-15 umgesetzt, ein leichter Rückgang um 4,4 Prozent im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr. Etwas mehr als 78 Prozent der Einnahmen wurden im Digitalbereich erwirtschaftet, knapp die Hälfte davon entfällt auf PRI-Nettobuchungen. Mit PRI bezeichnet Ubisoft "Player Recurring Investment", die wiederkehrenden Verkäufe von digitalen Items, DLCs und Season- oder Year-Pässe. 67 Prozent des Gesamtumsatzes stammt von Spielen aus dem Backkatalog, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Der Betriebsgewinn nach IFRS liegt bei 241,5 Mio. Euro - ein Rückgang um 16,6 Prozent. Der Non-IFRS-Betriebsgewinn liegt bei 407,6 Mio. Euro (-13,9 Prozent).

Ubisoft hervor, dass die drei größten Marken des Unternehmens erstmalig jeweils über 300 Millionen Euro bei den Nettobuchungen eingebracht hätten. Die Nettobuchungen der Assassin's-Creed-Reihe haben sich im Vergleich zu 2019-20 fast verdoppelt, dem vorherigen Jahr ohne neues Spiel aus der Reihe. "Assassin's Creed Valhalla" wird besonders gelobt. Das Action-Adventure soll 2021-22 mehr Spieler:innen als im Releasejahr 2020-21 gehabt haben. Für die "Far-Cry-Reihe" war das abgeschlossene Geschäftsjahr das bisher beste Jahr überhaupt, im besagten Zeitraum erschien "Far Cry 6". Auch "Rainbow Six Siege" soll von der letzten Erweiterung und dem positiven Feedback auf die Roadmap von Year 7 profitiert haben.

Außerdem listet Ubisoft mehrere Verbesserungen im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzkultur auf. Neben Veränderungen an der Führungsspitze (sieben Neuzugänge aus der Belegschaft u.a. Marie-Sophie de Waubert als Senior Vice President of Studios Operations) wurden über 600 Ex-Angestellte wieder eingestellt. Auch der Frauenanteil im Unternehmen ist in zwei Jahren von 22 Prozent auf 25 Prozent gestiegen, so Ubisoft. 42 Prozent der Personen mit Leitungsverantwortung sind Frauen. Im Executive Committee und Vorstand sind es 45 Prozent. Darüber hinaus sagte Yves Guillemot, dass sie über 1.000 Entwickler:innen in der Ukraine beschäftigen würden und sie ihre Kolleg:innen in den schweren Zeiten natürlich unterstützen werden.

Die jüngsten Übernahmegerüchte kommentierte Guillemot während der Telefonkonferenz folgendermaßen: "Unsere allgemeine Position ist klar und wohlbekannt. Wie wir im Februar letzten Jahres gesagt haben, verfügen wir über alles, was wir brauchen, um unabhängig zu bleiben. Wir haben das Personal, die industrielle und finanzielle Größe und ein großes Portfolio an leistungsstarken geistigen Eigentumsrechten, um in den kommenden Jahren enorme Werte zu schaffen. (...) Wie bereits erwähnt, ist es für unseren Vorstand als börsennotiertes Unternehmen die beste Praxis, jedes Angebot im Interesse aller Aktionäre und unserer großartigen Teams zu prüfen."

Frédérick Duguet, CFO: "Für 2022-23 erwarten wir wieder ein signifikantes Wachstum der Gesamtumsätze. Dies wird vor allem durch ein vielfältiges Angebot an Premium-Spielen vorangetrieben, darunter "Avatar: Frontiers of Pandora", "Mario + Rabbids: Sparks of Hope" und "Skull & Bones" - sowie andere spannende Titel. Dieses Wachstum wird auch von unseren Free-to-Play Veröffentlichungen profitieren, insbesondere von denen, die auf unseren größten IPs basieren." Die Multiplattform-Free-to-Play-Erlebnisse sollen ein "deutlich größeres Publikum" erreichen, ebenso wie neue intern entwickelte Marken und Titel, die auf Lizenzen großer Unterhaltungsmarken basieren. Für das Fiskaljahr 2022-23 erwartet Ubisoft ein signifikantes Wachstum bei den Nettobuchungen und einen Non-IFRS-Betriebsgewinn um die 400 Mrd. Euro, also auf dem Niveau vom gerade beendeten Geschäftsjahr 2021-22.