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Elon Musk kauft Twitter, Bayerns Digitalministerin Gerlach äußert Sorge

Der Tesla-Billionär Elon Musk kauft Twitter für 44 Milliarden Dollar. Was das für das soziale Potenzial der Plattform und die Nutzung in der Games-Industrie bedeutet, ist noch unklar. Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach ist jedoch besorgt und setzt auf die EU, um die Durchsetzung der Meinungsfreiheit zu sichern.

26.04.2022 11:41 • von
- (Bild: Britta Pedersen/dpa)

Der amerikanische Billionär Elon Musk kauft Twitter für 44 Milliarden Dollar, also circa 41,2 Milliarden Euro. Twitter hat bekannt gegeben, dass sie das Angebot Musks annehmen werden. Musk ist unter anderem dafür bekannt, zuvor bereits den Elektroauto-Bauer Tesla und das private Raumfahrtunternehmen SpaceX gekauft zu haben.

Im Geschäftsjahr 2021 hat Twitter insgesamt fünf Milliarden Dollar umgesetzt und damit 221 Millionen Dollar Verlust gemacht. Musks Offerte gilt damit als sehr gutes Angebot für die Shareholder.

Was Musk mit Twitter vorhat, ist noch unbekannt. In einem Statement-Tweet beruft er sich auf Meinungsfreiheit als Leitsatz. Seine bisher vorgeschlagenen Änderungen werden kontrovers diskutiert und stoßen unter anderem auch auf Kritik. Musks Vorhaben, menschliche User:innen zu authentifizieren, um Bots zu identifizieren und abzuschalten, könnte etwa mit einer datenschutzrechtlich bedenklichen Klarnamenpflicht in Zusammenhang stehen. Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach etwa kritisiert die Pläne zur Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter durch den Technologie-Unternehmer: "So viel Macht in der Hand eines Unternehmers halte ich für besorgniserregend. Es kann nicht sein, dass Milliardäre wie Musk sich heutzutage solch relevante Plattformen einfach kaufen können, um sie als privates Megaphon zu benutzen. Das Beispiel Facebook zeigt, wie toxisch eine Plattform für die Gesellschaft werden kann, wenn sie nicht genügend kontrolliert wird."

Gerlach fährt fort: "Deshalb brauchen wir eine gute Regulierung für Plattformen wie Twitter, die auch entsprechend durchgesetzt wird. Politik und Gesellschaft müssen die Regeln für diese Plattformen machen, nicht ein paar Milliardäre aus Silicon Valley. Die jüngste Einigung in Brüssel zum Digital Services Act (DSA) zeigt, wie stark Europa ist, wenn es bei solch wichtigen Fragen zusammensteht. Nun müssen wir auch zeigen, dass der DSA kein Papiertiger ist, sondern einen echten Mehrwert für die Internetnutzerinnen und Internetnutzer bringt."

Was bedeutet die Übernahme also für die Games-Industrie? Das lässt sich noch nicht abschließend sagen. Sicher ist, dass Twitter ein enorm wertvolles Werkzeug für viele Teile der Videospiel-Industrie ist. Allein im ersten Quartal 2022 wurden etwa 800 Millionen Tweets zum Thema Gaming geschrieben. Entwickler:innen und Künstler:innen nutzen Twitter für ihr Portfolio, um Aufträge und Anstellungen zu finden. Studios vernetzen sich auf Twitter mit Fans, generieren Aufmerksamkeit und Sales durch das regelmäßige Pflegen einer Fan-Basis. Die Presse knüpft Kontakte und informiert sich ebenfalls über den Kurznachrichtendienst. Diese Strukturen anderweitig ebenso effektiv aufzubauen, wenn Twitter stark umgebaut wird oder Unternehmen und Menschen aus Sorge vor Musks Einfluss den Dienst verlassen, kann und wird schwierig werden.