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Umsatz und Gewinn bei CD Projekt deutlich rückläufig

Sowohl Umsatz als auch Gewinn sind bei CD Projekt im Geschäftsjahr 2021 deutlich zurückgegangen. Zwar konnte sich "Cyberpunk 2077" mittlerweile über 18 Millionen Mal verkaufen, aber es fehlte an zugkräftigen Neuerscheinungen. Zudem wurden entscheidende interne Veränderungen vollzogen.

19.04.2022 16:21 • von
2021 war für CD Projekt ein Jahr mit entscheidenden internen Veränderungen. (Bild: CD Projekt)

CD Projekt hat den Bericht für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Im Zeitraum von April 2021 bis Ende März 2022 erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 191 Millionen Euro (888 Mio. PLN), ein Rückgang um knapp 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. CD Projekt Red steuerte mit 151 Millionen Euro den Hauptteil zum Umsatz bei. GOG.com lag bei 43 Millionen Euro. Der Differenzbetrag, ca. 3 Mio. Euro, wird als "Verrechnungsbetrag" ausgewiesen. Der Nettogewinn der polnischen Firma liegt bei fast 45 Millionen Euro und damit knapp 82 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Die Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hängen hauptsächlich damit zusammen, dass 2021 lediglich "The Witcher: Monster Slayer" für Android und iOS erschienen ist, während "Cyberpunk 2077" nachträglich lange verbessert, repariert und optimiert wurde. Das Sci-Fi-Rollenspiel erschien am 10. Dezember 2020. Die Next-Gen-Umsetzung folgte am 15. Februar 2022 - auch als kostenloses Update.

Das Geschäftsjahr 2021 wird als Jahr mit entscheidenden internen Veränderungen bezeichnet. So wurde die interne Produktion dahingehend umgestellt, dass zwei AAA-Projekte von zwei unabhängigen Teams parallel entwickelt werden können, mutmaßlich auf Basis von "The Witcher" und "Cyberpunk". Außerdem soll das Wohlbefinden der Mitarbeitenden in Zukunft eine höhere Priorität eingeräumt bekommen.

Ende Februar 2022 arbeitete ungefähr die Hälfte der Belegschaft an neuen Projekten, darunter das neue Witcher-Spiel auf Basis der Unreal Engine 5. Die strategische Partnerschaft mit Epic Games zur Nutzung der Engine soll mehr als nur ein Projekt umfassen. Ungefähr 30 Prozent der Mitarbeiter:innen sitzt an der Cyberpunk-Erweiterung, wobei das Unternehmen nur von einer Erweiterung spricht, die 2023 erscheinen soll. Bisher hieß es, dass das Spiel in ähnlicher Weise wie "The Witcher 3" mit Erweiterungen versorgt werden soll - also zwei große Erweiterungen und viele kostenlose DLCs. Auf fast 25 Prozent der Belegschaft entfallen die Support-Mitarbeiter:innen für "Cyberpunk 2077" und die GWENT-Projekte. Ein GWENT-Projekt ist ein Einzelspieler-Modus für das Kartenspiel im Witcher-Universum. Knapp sechs Prozent aller Mitarbeiter:innen sind beim Mobile-Studio Spokko angestellt und noch weniger Personen arbeiten beim US-Studio The Molasses Flood. Letzteres arbeitet an einem unangekündigten Spiel auf Basis einer bekannten Marke.

Die Next-Generation-Version von "The Witcher 3 - Wild Hunt" wird fortan intern bei CD Projekt entwickelt. Ungefähr 15 Mitarbeiter:innen plus externe Dienstleister sollen damit beschäftigt sein. Ein Releasetermin wurde nicht genannt. Bislang war das Studio von Saber Interactive in St. Petersburg für die Next-Gen-Umsetzung verantwortlich. Bei Kotaku wird vermutet, dass das Projekt von dem russischen Studio aufgrund des Ukrainekrieges abgezogen wurde. Laut der Embracer Group, Mutterkonzern von Saber Interactive, wird sie dieser Ausfall nicht mehr als 500.000 Dollar kosten.

Bis zum 14. April 2022 hat sich "Cyberpunk 2077" über 18 Millionen Mal verkauft. Vor einem Jahr lag die Zahl noch bei 13,7 Millionen. "Wir stehen voll und ganz hinter der Cyberpunk-Franchise und beabsichtigen, sie weiterzuentwickeln", sagte CD-Projekt-CEO Adam Kicinski in dem Zusammenhang. "The Witcher 3: Wild Hunt" liegt bei mehr als 40 Millionen Verkäufen. Die Gesamtreihe bei 65 Millionen.