Games

Umsatz im deutschen Gamesmarkt steigt 2021 um über 17 Prozent

Knapp 9,8 Milliarden Euro gaben deutsche Gamer:innen 2021 für Spiele, Dienste und Hardware aus, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Das gab der Branchenverband game auf Basis von Daten von GfK und data.ai bekannt. In-Game- und In-App-Käufe sowie Gaming-Hardware haben das Marktwachstum besonders angetrieben.

11.04.2022 11:00 • von
Der deutsche Gamesmarkt kann auch 2021 deutlich wachsen und verzeichnet ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum ohnehin starken Vorjahr. (Bild: game)

Der deutsche Gamesmarkt konnte auch 2021 deutlich zulegen. Mit Games auf allen Plattformen, Hardware für den Spiele-Gebrauch und Gebühren für Online-Dienste wurden rund 9,756 Milliarden Euro umgesetzt - ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die starke Wachstumsrate bleibt aber hinter 2020 zurück, schließlich wuchs der deutsche Gamesmarkt im ersten Jahr der Covid-19-Pandemie um 32 Prozent. Die größten Wachstumsmotoren waren In-Game- und In-App-Käufe (+30 Prozent), Konsolen (+23 Prozent) und Zubehör für Spiele-PCs (+22 Prozent). Alles in allem konnten die drei Marktsegmente Games, Gaming-Hardware und Gebühren für Online-Dienste im Vergleich zu 2020 zulegen.

Der Umsatz mit Computer- und Videospielen stieg 2021 im Vorjahresvergleich um 19 Prozent auf rund 5,448 Milliarden Euro, wobei 4,239 Milliarden Euro auf In-Game- und In-App-Käufe entfallen. Die Steigerung wird auf den Free-to-play-Trend und die längere Unterstützung einzelner Games mit kostenfreien und kostenpflichtigen Inhalten zurückgeführt. Rückläufig sind die Umsätze bei einmaligen Spielekäufen und bei Abo-Gebühren für Spiele. So ist der Umsatz mit dem einmaligen Kauf um 9 Prozent auf rund 1,064 Milliarden Euro zurückgegangen (Vorjahr: 1,169 Mrd. Euro). Der Umsatz mit monatlichen Abonnement-Gebühren für einzelne Spiele, meist Online-Rollenspiele, ging um 11 Prozent auf 145 Millionen Euro zurück. Konkrete Angaben zu dem Marktanteil von Spielen aus Deutschland wurden nicht genannt. 2020 lag der Anteil bei unter fünf Prozent. Die überwiegende Mehrheit der Titel stammte auch 2021 aus dem Ausland.

Im Bereich Gaming-Hardware stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 3,589 Milliarden Euro. Obwohl es Lieferprobleme bei vielen Konsolen gab, stieg der Umsatz mit PlayStation, Switch und Xbox um 23 Prozent auf 808 Millionen Euro. Mit Zubehör für Spielekonsolen wurde 306 Millionen Euro umgesetzt (+11 Prozent). In diese Kategorie fallen Gamepads, Lenkräder und VR-Headsets speziell für Konsolen. Für einen Umsatz in Höhe von 970 Millionen Euro sind Spiele-PCs (Desktops und Laptops) verantwortlich, was einem Plus von 10 Prozent entspricht. Der Löwenanteil des Umsatzes bei Gaming-Hardware entfällt auf "Zubehör für Gaming-PCs", und zwar 1,506 Milliarden Euro (+22 Prozent). Eingabegeräte, Monitore, Grafikkarten und VR-Headsets für den Gaming-Einsatz gehören zu dieser Kategorie. Auch in dieser Kategorie dürften die gestiegenen Preise das Umsatzwachstum begünstigt haben, trotz Lieferschwierigkeiten gerade bei Grafikkarten.

Bei den Gaming-Online-Diensten wurde 2021 ein leichtes Wachstum in Höhe von 4 Prozent auf 720 Millionen Euro verzeichnet. Im Vorjahr fiel das Plus mit 50 Prozent deutlich üppiger aus, abermals ein Effekt der Pandemie. Zu dem Wachstum im Jahr 2021 haben Gaming-Abo-Dienste wie der Xbox Game Pass, EA Play, Apple Arcade, Google Play Pass und Ubisoft+ entscheidend beigetragen, da deren Umsatz um 22 Prozent auf 220 Millionen Euro gestiegen ist. Bei Online-Gaming-Diensten wie PlayStation Plus, Xbox Live Gold und Nintendo Switch Online ging der Umsatz minimal zurück, von 439 Millionen Euro auf 437 Millionen Euro. Ein ähnlicher Trend war bei den Cloud-Gaming-Diensten zu beobachten. In diesem Bereich rund um PlayStation Now, Stadia und GeForce Now wurde ein Rückgang um 13 Prozent auf 63 Millionen Euro festgemacht. Laut dem Branchenverband wurden einige Cloud-Gaming-Funktionen kostenfrei in andere Services integriert, weswegen bestimmte Umsätze im Vergleich zum Vorjahr fehlten.

"Nach dem historischen Wachstumssprung 2020 konnte der deutsche Games-Markt auch 2021 weiter stark zulegen. Das zeigt auch: Diejenigen, die Games während der Lockdowns erstmals für sich entdeckt haben, finden auch langfristig Gefallen daran", sagt game-Geschäftsführer Felix Falk. "Besonders erfreulich ist das starke Wachstum bei Gaming-Hardware. Ob Spielekonsolen oder Gaming-PCs: Zum wiederholten Male haben die Spielerinnen und Spieler in Deutschland stark in ihr Equipment investiert, um auch künftig Games in der bestmöglichen Qualität genießen zu können. Dabei konnte die Nachfrage nicht immer bedient werden, es wäre also sogar noch ein größerer Umsatzanstieg möglich gewesen."

Mit Blick auf 2022 und die Auswirkungen des Ukrainekrieges, der wirtschaftlichen Folgen und der Inflation sagte Felix Falk: "Erstmal war es interessant zu sehen, dass 2021 die hohen Spielerzahlen und vor allem die Nutzungszeiten zwar wieder zurückgingen, dies aber nicht dazu führte, dass die Umsätze sanken. Dies zusammen mit weiteren Faktoren, wie die hohe Nachfrage nach Konsolen, die noch nicht bedient werden kann und die das noch vorhandene Potenzial im Markt zeigt, gibt mir ein gutes Gefühl für die weitere Entwicklung."

Die game-Marktdaten basieren auf Erhebungen des GfK Consumer Panels und data.ai. Zu den Daten schreibt der Branchenverband: "Hierzu gehören unter anderem eine für die gesamte deutsche Bevölkerung repräsentative laufende Befragung von 25.000 Konsumenten zu ihren Einkaufs- und Nutzungsgewohnheiten bei digitalen Spielen sowie ein Handelspanel. (...) Die GfK hat die Definition von Gaming-PCs angepasst. Für eine bessere Vergleichbarkeit der Daten wurde diese neue Definition auch auf die Marktdaten von 2020 angewendet, wodurch die Gaming-Hardware-Werte für 2020 geringer ausfallen als noch die vor einem Jahr kommunizierten."