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Gender Pay Gap in der UK-Gamesindustrie 2021 bei 17,1 Prozent

Im jährlich fälligen Gender Pay Gap Report an die britische Regierung schneidet auch die Games-Industrie im Vereinigten Königreich nicht gut ab. Durchschnittlich 17,1 Prozent weniger verdienen Frauen dort. Lediglich 10 Prozent der Führungspositionen sind im Schnitt mit Frauen besetzt.

07.04.2022 15:03 • von
Gender Pay Gap UK 2021 in der Gamesindustrie, inklusive Industrie- und nationaler Median (Bild: Gamesindustry.biz / https://gender-pay-gap.service.gov.uk/)
Diese Woche fiel die Deadline für Unternehmen mit 250 oder mehr Arbeitnehmer:innen im Vereinigten Königreich, ihre Daten zum Thema Gender Pay Gap bei der britischen Regierung einzureichen. Unter die Auswahl fallen 22 Unternehmen aus der Gaming-Industrie, deren durchschnittlicher Unterschied im Gehalt von Männern und Frauen nun über den staatlichen Gender Pay Gap Service öffentlich eingesehen werden können. Der Service liefert keine Daten über potenzielle Gehaltsunterschiede von nicht-binären Personen. Alle untersuchten Games-Unternehmen bezahlen Frauen durchschnittlich bei gleicher Qualifikation schlechter als Männer.

Im Durchschnitt der Games-Unternehmen werden Frauen 17,1 Prozent schlechter bezahlt als Männer. Die Margen fallen jedoch je nach Unternehmen deutlich unterschiedlich auf. Negativer Spitzenreiter der Erhebung sind Sumo Digital mit einem Gender Pay Gap von 36,1 Prozent. Für jeden Euro, den ein Mann dort verdient, wird eine Frau in gleicher Position mit gleicher Qualifikation also nur mit 64 Cent bezahlt. Auch Improbable und Playground Games haben mit über 25 Prozent eine besonders hohe Gender Pay Gap.

Am besten schneidet mit 3,2 Prozent der Retail-Händler GAME ab, gefolgt von Games Workshop, King und Microsoft, die jeweils unter dem nationalen Durchschnitt von 7,9 Prozent weniger Gehalt für Frauen in Vollzeitstellen liegen.

Der Gender Pay Gap Report muss jährlich ausgefüllt werden und zeigt so Veränderungen auf. Rockstar Games beispielsweise, die 2018 mit dem größten Unterschied von 34,4 Prozent aufwarteten, sind bis 2021 auf immer noch überdurchschnittliche 13,8 Prozent gesunken.

Auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen wird im Report erfasst. Am besten schneidet hier 2021 King ab, die mit beinahe 45 Prozent immerhin nahe an der Parität kratzen. Insgesamt liegt der Industriedurchschnitt hier bei mageren 10 Prozent. Besonders wenige Frauen in Führungspositionen finden sich bei Cloud Imperium, TT Games, Natural Motion, Playground Games, Splash Damage, Improbable, Codemasters, Sumo Digital, Frontier und Creative Assembly, die jeweils noch unter dem Industriedurchschnitt rangieren.