Games

Flandern will heimische Spielebranche stärken

Auf Initiative des flämischen Medienminister Benjamin Dalle will die nördliche Region von Belgien die lokale Spielebranche mit verschiedenen Maßnahmen stärken, darunter eine Aufstockung der Fördermittel. Zentraler Punkt in einem Positionspapier ist die Gründung eines Gameshubs.

04.04.2022 10:44 • von Stephan Steininger
Benjamin Dalle, Minister für Brüsseler Angelegenheiten, Jugend und Medien in Flandern (Bild: imago images/Nicolas Maeterlinck)

Die flämische Spielebranche darf sich auf mehr Unterstützung durch die Regionalregierung freuen. Benjamin Dalle, Minister für Brüsseler Angelegenheiten, Jugend und Medien in Flandern, legte nun ein Positionspapier vor, das insgesamt 25 konkrete Ziele formuliert, an denen man bis 2025 gemeinsam mit Akteur:innen der Branche arbeiten will, um die flämische Spielebranche zu stärken.

Ein ganz konkreter Punkt betrifft die finanzielle Unterstützung. Das Budget der Spieleförderung soll aufgestockt werden. Die ist beim Vlaams Audiovisueel Fonds (VAF) aufgehängt. Dank Reinvestitionen steht in diesem Jahr ein Budget von 2,9 Mio. Euro zur Verfügung. Ab 2023 soll das Budget des Fonds strukturell von 1,7 auf 2,7 Mio. Euro steigen. Zudem will die flämische Regierung auf die belgische Regierung einwirken, um Steuervergünstigungen auch auf den Spielesektor auszuweiten.

Zentraler Punkt des "Level Up" genannten Positionspapiers von Dalle sind jedoch Pläne für einen flämischen Game Hub, wie es sie in den Niederlanden oder Finnland gibt. Es soll ein Ort sein, an dem sich Entwickler:innen begegnen, austauschen und zusammenarbeiten können. Dalle will beim Aufbau auch Bildungseinrichtungen und die Branche mit einbeziehen. Derzeit werde an einem Businessplan für den Game Hub gearbeitet. Bis Sommer sollen die Details feststehen. Im Herbst, so die Vorstellung, soll der Game Hub nach Möglichkeit bereits Wirklichkeit sein.

Unklar ist, wo der Game Hub lokalisiert sein wird. Zwar ist Brüssel auch Sitz der flämischen Regionalregierung, da die Hauptstadt-Region Begiens für sich eine eigenständige Region darstellt, dürfte der Game Hub wohl eher in Antwerpen, Gent oder Brügge beheimatet sein.

"Der flämische Spielesektor wird wirklich unterschätzt, es gibt ein großes Wachstumspotenzial, auch außerhalb der klassischen Spiele", sagt Dalle. "Spiele können eine sehr wichtige Rolle in unserer Gesellschaft einnehmen, man denke nur an die Bildung oder das geistige Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen. Mit diesem Visionspapier bringen wir den Sektor auf ein höheres Niveau."