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Marktbericht: MENA-Region als große Chance für die Spieleindustrie

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten sind "eine große Chance für die Videospielindustrie", schreibt Senior Analyst Daniel Ahmad von Niko Partners. In einem Bericht werfen die Marktforscher einen Blick auf den Markt im Mittleren Osten und in Nordafrika. Der Region wird großes Wachstumspotenzial attestiert.

11.01.2022 16:12 • von
Die Marktforscher von Niko Partners geben einen "Überblick über die arabischsprachigen Märkte" in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten. (Bild: Niko Partners)

Die Marktforscher von Niko Partners haben einen Bericht über den Markt für Computer- und Videospiele in der MENA-Region veröffentlicht. Der Bericht soll einen "repräsentativen Überblick über die arabischsprachigen Märkte" geben und konzentriert sich auf die sogenannten "MENA-3": Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten. Normalerweise bezeichnet MENA die Region Mittlerer Osten mitsamt Nordafrika, wobei auch oft die Türkei - als größter Markt - dazugerechnet wird.

Laut dem Marktbericht, der für 10.000 Dollar bestellt werden kann, lag der Umsatz mit Spielen in den MENA-3-Ländern im Jahr 2021 bei 1,55 Milliarden Euro. Bis 2025 soll der Umsatz auf 2,77 Milliarden Euro steigen - bei einer jährlichen Wachstumsrate von 13,8 Prozent über fünf Jahre. Die Anzahl der SpielerInnen in dieser Region soll im gleichen Zeitraum von 65,32 Millionen und auf 85,76 Millionen wachsen.

Saudi-Arabien wird aufgrund der hohen Bevölkerungszahl und der großen Kaufkraft als das "Powerhouse" mit den höchsten Ausgaben für PC-, Konsolen- und Mobile-Games in der MENA-3-Region beschrieben. 60,6 Prozent der Gesamteinnahmen im Spielesektor aus diesen drei Ländern stammt aus Saudi-Arabien. Die Vereinigten Arabischen Emirate sollen repräsentativ für die kleineren Golfstaaten sein - niedrige Bevölkerungszahl, aber vergleichsweise hohe Kaufkraft. Arabisch ist die offizielle Sprache, doch die Bevölkerung besteht überwiegend aus Auswanderern, heißt es. Der Anteil der VAE an den Einnahmen im Spielbereich lag 2021 bei 29,6 Prozent. Ägypten wird als ein aufstrebender Spielemarkt mit einer aktiven als auch kompetitiven Community bezeichnet. Ägypten ist der größte Markt der MENA-3-Länder in Bezug auf die Anzahl der SpielerInnen.

Fast die Hälfte der Bevölkerung in den drei Ländern soll unter 25 Jahre alt sein. Sie sind als "Digital Natives" aufgewachsen und für sie würden Computer- und Videospiele eine große Rolle bei der Unterhaltung spielen. Mobile Games sollen das größte Segment sein, danach kommen Konsolen als erster Wachstumssektor und im Anschluss der PC, wobei der PC-Bereich ebenfalls wachsen würde. Laut Niko Partners sollen die SpielerInnen in der Region im ersten Halbjahr 2021 mehr Zeit in Free-to-play-Titeln auf PC und Mobile als im ersten Halbjahr 2020 verbracht haben.

Daniel Ahmad, Senior Analyst bei Niko Partners, schreibt: "Die MENA-Region ist eine große Chance für die Videospielindustrie. Die Region ist aufgrund ihrer kleinen Spieleentwicklungsszene, fragmentierter Märkte sowie sprachlicher und kultureller Barrieren oft unter dem Radar geblieben, aber sie hat sich schnell zu einer Region von wachsender Bedeutung entwickelt. Die Regierungen in der Region unterstützen die Videospielbranche. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben Maßnahmen ergriffen, um die Lokalisierung von Spielen, die Entwicklung lokaler Spiele, neue Studios und Niederlassungen internationaler Spieleunternehmen sowie die Ausrichtung großer Esports-Turniere zu fördern. Das Wachstum wird durch höhere Ausgaben pro Nutzer, zusätzliche staatliche Unterstützung für Spiele sowie Esports und den Einstieg von mehr Spielern in den Markt angetrieben. Esports boomt in der MENA-Region und ist ein wichtiger Wachstumsmotor. Saudi-Arabien hat Esports sogar in seinen Vision-2030-Plan aufgenommen."

In dem vollständigen MENA-Bericht werden noch die Golfstaaten, Nordafrika und Jordanien beleuchtet, unter anderem auf Basis einer Umfrage unter 3.000 SpielerInnen.