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Die CES-2022-Neuigkeiten von AMD, Intel und Nvidia

Auf der Consumer Electronics Show 2022 in Las Vegas haben AMD, Intel und Nvidia neue Hardware und Technologien mit Gaming-Bezug präsentiert. Es wurden Laptop-Prozessoren, CPUs, Grafikkarten und Software-Lösungen vorgestellt. Ein Überblick über die Neuheiten.

05.01.2022 13:50 • von
AMD, Intel und Nvidia präsentierten ihre Neuheiten auf der CES 2022, auch wenn die Messe erneut unter dem Eindruck der Covid-19-Pandemie steht. (Bild: Consumer Technology Association - Curated Media Package: Setting Up the Show)

Die Bühne der CES 2022 haben AMD, Intel und Nvidia genutzt, um neue Hardware und Technologien mit Gaming-Bezug zu präsentieren, vor allem neue Laptop-Prozessoren wurden vorgestellt.

AMD kündigte mit dem Ryzen 7 5800X3D eine überarbeitete Variante der bekannten Acht-Kern-CPU mit "3D V-Cache" als neuartigen Third-Level-Pufferspeicher an, der aus 32 MB 2D-Cache und 64 MB 3D V-Vache bestehen wird. Der neue Prozessor soll den AMD Ryzen 9 5900X und den Intel Core i9 12900K bei der Gaming-Leistung herausfordern und im Frühjahr 2022 erscheinen. Außerdem zeigte AMD-CEO Lisa Su einen Prototypen der nächsten Ryzen-Generation (7000er-Reihe) auf Basis der Zen-4-Architektur, die im 5-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Die nächste Ryzen-Generation wird auf die AM5-Sockel-Plattform setzen und Unterstützung für PCIe Gen 5 und DDR5 bieten. AMD verfolgt das Ziel, die 5-GHz-Marke zu knacken. Demonstriert wurde die CPU am Beispiel von "Halo Infinite" und alle Kerne liefen mit 5 GHz. Es wird erwartet, dass die Ryzen-7000er-Prozessoren in der zweiten Jahreshälfte 2022 veröffentlicht werden.

Neben insgesamt 13 Ryzen-6000-APUs für Laptops wurden zwei neue Desktop-Grafikkarten angekündigt, und zwar die AMD Radeon RX 6500 XT und die AMD Radeon RX 6400 (nur OEM). Beide Grafikkarten sind als Einstiegsmodelle für Full-HD-Gaming gedacht. Die Radeon RX 6500 XT wird im Januar 2022 veröffentlicht. Zudem wurde mit AMD Radeon Super Resolution (RSR) eine neue treiberbasierte Technologie zur räumlichen Hochskalierung der Grafikauflösung auf Basis von AMD FidelityFX Super Resolution (FSR) angekündigt, die in nahezu allen Spielen verfügbar sein wird, die im "exklusiven Vollbildmodus" laufen. Eine gesonderte Integration in die Spiele - wie bei FSR - soll nicht erforderlich sein.

Obwohl Intel mit Arc Alchemist bekanntlich an eigenen Gaming-Grafikkarten inkl. Raytracing-Beschleunigung arbeitet, waren die GPUs auf der CES 2022 nur ein Randthema. Es hieß lediglich, dass Grafikkarten im ersten Quartal 2022 veröffentlicht werden sollen. Immerhin wurde das erste Spiel benannt, das Xe Super Sampling (XeSS) nutzen wird und das ist die PC-Version von "Death Stranding Director's Cut". Weitere Studios sollen an der Adaption der Upscaling-Technologie arbeiten, die gegen DLSS von Nvidia und FSR von AMD antreten wird. Laut Intel sollen mehrere AAA-Titel XeSS nutzen.

Intel nutzte die Messe vielmehr, um die 12. Generation der Intel-Core-Prozessoren für Laptops vorzustellen. Die H-Serie zielt auf Leistung für Enthusiasten und die U-Serie auf "dünne und leichte" Laptops ab. Abschließend wurde der Core i9-12900KS Desktop-Prozessor enthüllt. Die acht Performance-Kerne der 16-Kern-CPU sollen im Boost-Betrieb bis zu 5,2 GHz schaffen. Einzelne Performance-Kerne können bis auf 5,5 GHz getaktet werden.

Nvidia nutzte die CES 2022 ebenfalls, um neue Gaming- und Studio-Laptops vorzustellen, die ab Anfang Februar 2022 erhältlich sein sollen. Es wurden mehr als 160 Laptops mit Grafikprozessoren der RTX-30-Serie von unterschiedlichen Partnerherstellern sowie mobile Versionen der RTX 3080 Ti und der RTX 3070 Ti angekündigt. Zusätzlich wurde der GeForce RTX 3050 Grafikprozessor für Desktop-PCs vorgestellt, der mit 8 GB Speicher und 2.560 Kernen für Gaming in 1080p gedacht ist. RTX-3050-Grafikkarten sollen ab Ende Januar 2022 erhältlich sein. Auch die Existenz des Spitzenmodells RTX 3090 Ti ist bestätigt worden. Die Vorstellung soll aber erst später erfolgen.

Ansonsten sind zehn Spiele mit RTX-Features erwähnt worden, darunter "The Anacrusis", "The Day Before", "Escape from Tarkov" und "Voidtrain". Auch Nvidia Reflex zur Reduzierung der Systemlatenz findet zunehmend Verbreitung, zum Beispiel in "God of War", "iRacing", "Rainbow Six Extraction" oder "Ready or Not". "Über 20 Millionen GeForce-Spieler spielen jeden Monat mit Reflex ON. Und unser Reflex-Analyzer, mit dem Spieler die Systemlatenz einfach messen können, wird von über 50 Mäusen und Bildschirmen unterstützt", heißt es von Nvidia. "Für unsere iRacing eSports-Teams müssen wir sicherstellen, dass die Fahrer-Inputs mit minimaler Verzögerung in die Simulations-Engine eingespeist werden", sagte Chris Gilligan, Chief Information Officer, Competition & Engineering bei Joe Gibbs Racing. "Die Minimierung der Latenz zwischen den Fahrerkontrollsystemen, der Simulations-Engine und dem Videobildschirm ist der Schlüssel, um ein Gefühl von Realismus zu vermitteln, das es den Fahrern ermöglicht, ihre Fahrzeugkontrolle in einer virtuellen Umgebung zu verbessern."

Außerdem hat das Nvidia Omniverse die Beta-Phase verlassen und ist für EntwicklerInnen mit RTX-Grafikprozessoren kostenlos verfügbar. Die Plattform für Kreative bietet Blendshape-Unterstützung, eine direkte Export-Möglichkeit zu MetaHuman von Epic Games und neue Spielcharaktere, Objekte und Umgebungen aus Mechwarrior 5 und Shadow Warrior 3 für die Omniverse-Machinima-Anwendung. "Die Integration mit 3D-Marktplätzen bietet Entwicklern eine einfachere Möglichkeit, ihre Szenen mit vorgefertigten Elementen wie Bäumen oder Vorhängen zu erstellen. TurboSquid, CGTrader bieten jetzt Omniverse-fertige Assets an. Sketchfab, Daz3D, ActorCore folgen in Kürze", schreibt Nvidia.

Last but not least wurden 1440p-Esports-Bilschirme mit bis zu 360 Hz angekündigt, die "bald" von AOC, ASUS, MSI und Viewsonic erhältlich sein sollen - mit Nvidia Esports Vibrance und Reflex Latency Analyzer.