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Qualcomm bringt eigene Handheld-Gaming-Plattform mit Android

Mit der "Snapdragon G3x Gen 1 Gaming-Plattform" will Qualcomm stärker in den Gaming-Bereich einsteigen. Der Halbleiterhersteller ist bisher hauptsächlich für Snapdragon-SoCs und die XR2-VR-Plattform bekannt.

02.12.2021 16:41 • von
Die "Snapdragon G3x Gen 1 Gaming-Plattform" ist beim "Snapdragon Tech Summit 2021" vorgestellt worden. (Bild: Qualcomm)

Qualcomm steigert seine Investitionen und Ambitionen im Gaming-Bereich. Mit der "Snapdragon G3x Gen 1 Gaming-Plattform" sollen Handheld-Geräte auf Android-Basis realisiert werden, die in Konkurrenz zu Nintendo Switch oder zum Steam Deck treten - sowie zum Mobile-Gaming auf Smartphones und Tablets. Abgesehen davon, dass man Android-Spiele auf der Plattform nutzen kann, soll man - laut Qualcomm - ebenfalls Spiele von einer Konsole oder einem PC streamen können. Auch Cloud-Gaming-Dienste und normale Android-Apps werden auf dem Gerät funktionieren.

Beim "Snapdragon Tech Summit 2021" stellte der US-Halbleiterhersteller nicht nur die nächsten Mobile-Chips inkl. neuer Namensgebung vor, sondern auch den G3x-Chip, der die Grundlage für den Handheld bilden wird. Der G3x-Chip verfügt über eine Adreno-GPU, die Spiele in bis zu 144 Bilder pro Sekunde und mit 10-bit HDR darstellen kann. Die Adreno-GPU wird bereits in vielen Smartphone-Chips des Herstellers verwendet. Unterstützt werden 5G (mmWave und sub) und Wi-Fi 6 & 6E. Mit dem G3x-betriebene Geräte können außerdem mit anderen Bildschirmen bis 4K-Auflösung oder via Tethering an ein Mixed-Reality-Headset über einen USB-C-Anschluss verbunden werden. Für den Sound wird die Snapdragon-Sound-Plattform verwendet, die vor allem die Audio-Wiedergabe mit kabellosen Kopfhörern verbessern soll. Mit Unterstützung von AKSys werden die Touch-Steuerungselemente auf die verbauten Controller übertragen (Touch-to-Controller-Mapping-Technologie).

Zusammen mit Razer ist ein erstes Development-Kit entwickelt worden. Der Handheld nutzt den G3x-Chip, hat einen 6,65-Zoll-OLED-Bildschirm mit maximal 120-Hz-Bildwiederholrate und verfügt über eine 5-MP-Webcam sowie zwei Mikrofone auf der Vorderseite für etwaige Livestreams. Interessierte EntwicklerInnen können sich über die Razer-Website registrieren, um ein Dev-Kit zu erhalten.

Gegenüber The Verge teilte Justin Cooney, Director of Global Partnerships bei Razer, noch mit, dass dies kein Razer-Gerät sei. "Das Snapdragon G3x Entwickler-Kit ist ein Qualcomm-Gerät. Durch die Zusammenarbeit mit Qualcomm in dieser Partnerschaft wollen wir mehr Publisher und Entwickler an den Tisch bringen und unsere gemeinsame Vision für die Zukunft des mobilen Spielens verwirklichen."

Wann erste OEM-Geräte auf den Markt kommen werden, die den "Snapdragon G3x Gen 1" verwenden, ist noch unklar. Zunächst will Qualcomm die Werbetrommel bei möglichst vielen EntwicklerInnen rühren und so Interesse schüren.