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Activision Blizzard gründet Ausschuss für "Verantwortung am Arbeitsplatz"

Das neu gegründete "Workplace Responsibility Committee" soll die Bekämpfung aller Formen von Belästigung, Missbrauch und Diskriminierung am Arbeitsplatz bei Activision Blizzard überwachen. Veränderungen sollen mit Nachdruck umgesetzt werden.

24.11.2021 18:11 • von
Das "Workplace Responsibility Committee" soll die Verbesserung der Unternehmenskultur überwachen. (Bild: Activision Blizzard)

Activision Blizzard hat zu überraschend später Stunde, um 22:30 Uhr EST (4:30 Uhr CEST), die Bildung eines "Workplace Responsibility Committees" angekündigt. Das Komitee soll die Fortschritte bei der Umsetzung der neuen Richtlinien, Verfahren und Verpflichtungen zur Verbesserung der Unternehmenskultur und zur Bekämpfung aller Formen von Belästigung, Missbrauch und Diskriminierung überwachen.

Der Ausschuss wird von Dawn Ostroff geleitet. Sie ist seit 2020 ein unabhängiges Vorstandsmitglied. Reveta Bowers, eine unabhängige Direktorin seit 2018, wird ebenfalls dem Ausschuss angehören. Das "Workplace Responsibility Committee" wird also von zwei Frauen geleitet, die ebenfalls im Vorstand von Activision Blizzard sitzen. Ostroff und Bowers sind die einzigen Frauen in dem zehnköpfigen Vorstand, der jedoch ebenfalls diverser werden soll.

Das Komitee wird die Entwicklung von Leistungsindikatoren und/oder anderen Mitteln zur Messung des Fortschritts von der Geschäftsführung verlangen. Robert "Bobby" Kotick als Chief Executive Officer wird zusammen mit Chief People Officer Julie Hodges und Chief Compliance Officer Frances Townsend dem Ausschuss regelmäßig Bericht erstatten. Außerdem können externe Berater hinzugezogen werden, aber es wird nicht erwähnt, wie und ob die MitarbeiterInnen von Activision Blizzard einen Beitrag leisten können.

"Der Vorstand von Activision Blizzard verpflichtet sich, ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeiter wertgeschätzt, sicher und respektiert fühlen. (...) Obwohl das Unternehmen mit Unterstützung des Vorstands wichtige Fortschritte bei der Verbesserung der Arbeitsplatzkultur gemacht hat, ist es klar, dass die aktuellen Umstände ein stärkeres Engagement des Vorstands erfordern. Die Gründung des Komitees und weitere zukünftige Änderungen werden dazu beitragen, zusätzliche direkte Aufsicht und Transparenz zu ermöglichen und sicherzustellen, dass die Verpflichtungen des Unternehmens gegenüber der Belegschaft von Activision Blizzard mit Dringlichkeit und Nachdruck umgesetzt werden. Es war eine schwierige Zeit für das Unternehmen, aber der Vorstand ist zuversichtlich, dass die laufenden Maßnahmen das Unternehmen für den zukünftigen Erfolg rüsten werden", steht in der Pressemitteilung von Activision Blizzard.

In der Ankündigung wurde ebenso erwähnt, dass der Vorstand seit Oktober alle zwei Wochen zusammenkommt, um die gemachten Fortschritte zu überprüfen. Außerdem würden sie wöchentlich schriftliche Berichte erhalten.

Die Gründung dieses Komitees wurde vor der offiziellen Ankündigung kürzlich in einem Wall-Street-Journal-Artikel erwähnt, in dem auch berichtet wurde, dass Bobby Kotick angeblich einen Rücktritt in Betracht ziehen würde, wenn er die zahlreichen Probleme innerhalb der Unternehmenskultur nicht schnell beheben könne. So soll er sich gegenüber KollegInnen geäußert haben. Derweil gibt es konkrete Rücktrittsforderungen von der Activision Blizzard King Workers Alliance (Unterschriftenliste) und von einigen Aktionären. Es stehen ebenso Vorwürfe im Raum, dass der CEO seit Jahren von Fällen des sexuellen Fehlverhaltens gewusst habe.

Auch Nintendo soll sich in der Zwischenzeit, ähnlich wie Microsoft und Sony, intern zu den Berichten geäußert und die Situation als "erschütternd" bezeichnet haben. Die ESA hat sich gegenüber GamesIndustry.biz geäußert und mit einem allgemeinen Statement geantwortet, in dem "Belästigung, Missbrauch oder Misshandlungen jeglicher Art am Arbeitsplatz als inakzeptabel" bezeichnet wurden. "Jede Anschuldigung muss wahrgenommen, gründlich untersucht und mit sinnvollen Konsequenzen geahndet werden", heißt es weiter.