Unternehmen

Sony PlayStation: Generationswechsel dämpft Gewinn

Steigende Umsätze, sinkende Gewinne - die Game & Network Services-Sparte des Sony-Konzerns liegt im zweiten Geschäftsjahresquartal im Einklang mit dem Konzernzahlen. Grund der erwarteten Entwicklung ist der Generationswechsel bei den Konsolen, der sich schneller vollzieht als in der Vergangenheit. 3,3 Mio. ausgelieferten PS5 stehen nur 200.000 ausgelieferten PS4 gegenüber.

28.10.2021 12:41 • von Stephan Steininger
Ihr Erfolg drückt - erwartungsgemäß - vorübergehend den Gewinn: PlayStation 5 (Bild: Sony Interactive Entertainment)

Sony Interactive Entertainment, Kernunternehmen der sogenannten Game & Network Services (G&NS) Sparte von Sony, hat das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres innerhalb der Erwartungen abgeschlossen. Auch das erste Halbjahr lief im Einklang sowohl mit den Prognosen wie auch der gesamten Konzernentwicklung. Andres gesagt: Die Umsätze steigen, der Gewinn schrumpft.

Im Fall der G&NS Sparte steig der Quartalsumsatz um 138,80 Mrd. Yen, umgerechnet nach aktuellen Kursen 1,05 Mrd. Euro, auf 645,44 Mrd. Yen oder rund 4,89 Mrd. Euro. Trotz des kräftigen Umsatzplus sank der operative Gewinn um 22,69 Mrd. Yen (172,2 Mio. Euro) auf 82,68 Mrd. Yen (627,5 Mio. Euro).

Die gegenteilige Entwicklung von Umsatz und Ertrag ist für Konsolenhersteller typisch in den ersten Geschäftsjahren nach einem Generationswechsel bei der Hardware, da die neuen Konsolen mit geringeren, teils sogar negativer Gewinnmarge verkauft werden, während die Verkaufszahlen der alten, aber lukrativeren Modelle sinken. Im Fall des Wechsels von der PS4 auf der PS5 dürfte der Effekt besonders schwer zum Tragen kommen, da Chipkrise und Lieferkettenprobleme, die Produktion grundsätzlich verteuern. Kurzum: Es überrascht, dass die Gewinndelle nicht noch deutlicher ausfällt.

Überraschend ist jedoch auch, dass der Generationswechsel offenbar viel schneller stattfindet, als früher. Tatsächlich gelang es Sony in der Vergangenheit immer, die Verkaufszahlen der jeweils "alten" Konsole über Modellpflege, Preisreduktion und andere Maßnahmen wie Designverbesserungen über Jahre vital zu halten. Bei der PS4 bricht der Absatz hingegen sehr deutlich ein. Konkret wurde im Zeitraum Juli bis Ende September nur 200.000 PS4 ausgeliefert. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,5 Mio. Gleichzeitig lieferte Sony insgesamt 3,3 Mio. PS5 aus. Damit hatte Sony Ineractive Entertainment zum Stichtag 30. September 2021 insgesamt 13,4 Mio. PS5 ausgeliefert.

Software-seitig wurden im Berichtszeitraum Juli bis einschließlich September 76,4 Millionen Spiele weltweit verkauft. Das sind fünf Mio. Units weniger als im Vorjahr. Die Downloadquote lag bei 62 Prozent, drei Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Die Zahl verkaufter First-Party-Spiele sank um 5,2 Mio. Units auf 7,6 Mio. Stück. Die Zahl der PlayStation-Plus-AbonnentInnen stieg im Vergleich zum Vorquartal und zum Vorjahresquaral leicht an und liegt bei 47,2 Millionen.