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Games in Hessen: Marcinek kritisiert mangelndes Grundverständnis der Politik

In einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" hat sich Stefan Marcinek erneut für eine umfangreichere Unterstützung von EntwicklerInnen am Standort Hessen ausgesprochen. In andern Bundesländen herrsche ein anderes Grundverständnis für die und eine deutlichere Wertschätzung der Branche.

05.10.2021 15:44 • von Stephan Steininger

Nach Start der hessischen Gamesförderung für Serious Games interviewte die Frankfurter Rundschau Stefan Marcinek in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender de rgamearea Hessen. Der Geschäftsführer von Assemble Entertainment nutzte die Gelegenheit, um noch einmal für eine Ausweitung der Förderung zu trommeln. Selbst der auf 325.000 Euro aufgestockte Betrag reiche nicht aus, vor allem wenn die Förderung auf das volle Gamesspektrum ausgeweitet werde, also nicht nur Serious Games vorbehalten ist.

Marcinek erinnerte auch daran, dass die Förderung eigentlich schon 2018 beschlossen worden sei, jedoch erst mit drei Jahren Verspätung startete. Kritik äußerte er zudem an der grundlegenden Haltung der Politik zur Gamesbranche in Hessen. Gerade an der erfolgreichen Gamesstandorden Deutschlands - Berlin, NRW und Bayern - herrsche ein anderes Grundverständnis für die Branche. Auch werde sie dort deutlicher gewertschätzt. Es gäbe regelmäßige Treffen auf höchster politischer Ebene. Dies sei eine Signalwirkung und eine Motivation, die nicht unterschätzt werden dürfe.

Laut Marcinek führte die Zurückhaltung der Politik auch zu einem Standortnachteil für Hessen. Wenn Unternehmen im Gamesbereich überlegen ein Studio oder eine Niederlassung in einem Bundesland zu eröffnen, dann stehe "Hessen sicherlich nicht ganz oben auf der Wunschliste", so Marcinek im Interview mit der "Frankfurter Rundschau".