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Update: Epic geht nach Gerichtsstreit mit Apple in Berufung

Nach dem Punktsieg, den Epic Games letztlich gegen Apple erzielt hatte, will sich die Firma damit nicht zufrieden geben und geht in Berufung. Dabei wird das gesamte Ergebnis samt Teilerfolg angefochten.

13.09.2021 12:14 • von Valentin Masszi

Update vom 13. September 2021:?

Eigentlich hatte das Unternehmen hinter "Fortnite" und der Unreal Engine den großen Gerichtsprozess gegen Apple gewonnen, wenn auch nicht mit Trompeten und Fahnen. Zufrieden war Firmenchef Tim Sweeney mit dem Teilerfolg jedoch nicht. Dementsprechend zieht Epic Games nun vor das Berufungsgericht, den US Court of Appeals.

Bemerkenswert an dem direkten neuen Aufrollen des Falls ist, dass die Firma sämtliche Ergebnisse und den Prozess, der zu ihnen geführt hat, anficht. Das schließt auch den Teilerfolg ein, den man erreicht hatte, dass Apple Links auf externe Quellen zulassen muss. Wie es scheint, heißt es für Epic 'Ganz oder gar nicht'.

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??Originalmeldung vom 13. September 2021:

Der Konflikt der Konzernriesen findet ein erstes Ende vor Gericht. Nachdem Epic Games im Juni 2020 mit "Fortnite" die AppStore-Abgabe von 30 Prozent umgangen hatte, warf Apple das Spiel aus dem Store. Der Streit landete mit zahlreichen Anklagepunkten seitens Epic bei der Justiz. Ein geringer Teil davon wurde der Anklage nun gerichtlich bestätigt, allem voran: Apple darf keine Verweise auf externe Seiten oder Plattformen mehr verbieten und muss diese ab 09.12. diesen Jahres zulassen. Es müsse eine Wahlmöglichkeit geben zwischen Apples Alles-in-Einem-System und einzelnen Zahlungen bei den jeweiligen Anbietern außerhalb des Stores.

Eines der Hauptziele Epics war allerdings nachzuweisen, dass Apple eine Monopolstellung innehat. Davon war die Richterin Gonzalez Rogers nicht überzeugt. Zwar wurde ebensowenig Apples Argumentation gefolgt, dass der betroffene Markt digitale Spiele allgemein umfasste, aber selbst für den Mobile-Games-Markt wurden nicht genug Beweise geliefert, dass ein Monopol vorliegt. Erfolg allein sei nicht illegal.

Darüber hinaus erhält Apple eine Nachzahlung von Epic auf Basis des Vertragsbruchs durch die Umgehung der 30-Prozent-Abgabe. Demnach müssen 30 Prozent aller Einnahmen, die so entstanden sind, nachträglich abgegeben werden, was sich auf mehr als 3,5 Millionen US Dollar beläuft.

Nun hat Epic-Chef Tim Sweeny angekündigt, dass "Fortnite" in den AppStore zurückkehren werde, sobald ein System gefunden sei, mit dem man in fairen Wettbewerb zu Apples In-App-Zahlungen treten könne. "Das heutige Urteil ist weder ein Sieg für EntwicklerInnen noch für KonsumentInnen", so Sweeney. Die Möglichkeit, in Berufung zu gehen, steht beiden Unternehmen offen und angesichts der gravierenden Folgen, die Verweise auf andere Stores für Apple haben könnten, und des Ergebnisses, das weit hinter Epics Erwartungen zurückgeblieben war, ist das auch äußerst wahrscheinlich. Zudem steht auch ein ähnliches Verfahren in der EU noch aus.