Personalien

Igor Manceau neuer Chief Creative Officer von Ubisoft

Manceau war zuvor Creative Director von "Riders Republic" und wird künftig für die kreative Richtung des Unternehmens verantwortlich sein. Die Wahl des Nachfolgers von Serge Hascoet wird von der MitarbeiterInnenvereinigung A Better Ubisoft argwöhnisch betrachtet.

08.09.2021 13:09 • von Valentin Masszi
Igor Manceau ist neuer Chief Creative Officer bei Ubisoft. (Bild: Ubisoft)

Nach mehr als einem Jahr erhält Ubisoft einen neuen Chief Creative Officer: Igor Manceau. Der arbeitet seit 1998 bei dem Gaming-Konzern und war mitunter in der Rolle als Director of Editorial Marketing an Franchises wie "Far Cry", "Rainbow Six" und "Splinter Cell" beteiligt. Später übernahm er den Posten des Creative Director von "Steep" und von dem in Kürze erscheinenden "Riders Republic" bei Ubisoft Annecy.

In seiner neuen Rolle ist Manceau für die kreative Richtung von Ubisoft über alle Spiele hinweg verantwortlich. Dafür wird er mit allen Studios zusammenarbeiten, sowie mit Chief Studios Operating Officer Virginie Haas und Chief Portfolio Officer Sandrine Caloiaro, um die Richtung bestehender Reihen und neuer Spiele auszuloten. Er wird direkt dem Ubisoft-Chef und -Gründer Yves Guillemot unterstellt sein und ein Teil des Ubisoft Executive Committee sein.

"Es ist wirklich eine Ehre für mich, die talentierte und begeisterte Gruppe an Leuten zu leiten und zu unterstützen, die für die kreative Richtung der Ubisoft-Spiele verantwortlich ist. Wir haben einige der besten kreativen Köpfe der Industrie bei Ubisoft und ich freue mich darauf, mit ihnen zusammenzuarbeiten, um den Fokus unserer Spiele auf Innovation, Qualität und Eigenständigkeit zu erhöhen, damit wir weiterhin wahrhaft erinnerungswürdige, unterhaltende und bereichernde Erfahrungen an unsere SpielerInnen abliefern können", so Manceau.

Guillemot kommentiert: "Igor ist einer der erfahrensten, innovativsten und respektiertesten Creative Directors bei Ubisoft und in der Videospielindustrie generell. Er verfügt über ein tiefes Verständnis von SpielerInnenmotivationen, eine starke Intuition dafür, neue Märkte zu erschließen, und einen vorbildlichen Führungsstil. Ich bin überzeugt, dass Igor eng mit unserer großen Gruppe an talentierten Creative Directors und Editorial Leads zusammenarbeiten wird, um unsere Teams um eine gemeinsame Vision zu versammeln und dafür zu begeistern, eine Vision, welche die Breite von Ubisofts Portfolio an Spielen erweitert und uns dabei hilft, momentanen SpielerInnen Freude zu bereiten und neue zu gewinnen."

Allerdings gab es auch Kritik an der Ernennung des neuen Chief Creative Officers. So hat die MitarbeiterInnenvereinigung A Better Ubisoft auf Twitter ein Statement veröffentlicht, laut dem sie sich zwar darauf freut, mit Manceau zusammenzuarbeiten. Aber sie beanstandet, dass noch immer keine Antwort auf den offenen und von mehr als 1000 Angestellten unterzeichnenden Brief an die Unternehmensführung erfolgte.

Zudem heißt es weiter:??"Wir können nur darauf vertrauen, dass seine Bewerbung und Ernennung unter intensiver Gründlichkeit erfolgte, in Anbetracht der Taten seines Vorgängers. Jedoch müssen diese Taten adressiert werden und wir hoffen, dass Igor bedeutende Schritte dahin unternimmt, den Schaden zu reparieren, der von seinem Vorgänger verursacht wurde."

Manceau folgt auf Serge Hascoet, der das Unternehmen nach Aufkommen der Missbrauchsvorwürfe vor einem Jahr verlassen hat. A Better Ubisoft kritisiert weiter, dass es bei der Rolle des Chief Creative Officers an sich keinerlei Entwicklung gegeben hat, obwohl Guillemot anderes versprochen hatte. Dabei lasse die Diversität unter den VPs noch immer zu wünschen übrig und in Anbetracht von Tatsachen wie der, dass bestimmte Personen trotz mehrerer Anschuldigungen weiterhin in ihren Rollen verbleiben, sei man wenig zuversichtlich was künftige Änderungen des Editorial Teams zum Positiven anbelangen.