Games

Bär betont umfangreiche Games-Ziele im game-Talk

Beim #gamechanger mit Verbandsgeschäftsführer Felix Falk und Managing Director von Ubisoft Deutschland Ralf Wirsing stellt die Staatsministerin für Digitales unter anderem digitale Bildung, Diversität in der Branche und die Bemühungen im E-Sport in den Vordergrund.

08.09.2021 10:13 • von Valentin Masszi
- (Bild: game - Verband der deutschen Games-Branche)

Zum fünften Mal hat der game-Verband zum Twitch-Gespräch #gamechanger geladen. Nachdem kürzlich die CDU in Person von Nathanael Liminski zu Gast war, folgte nun für die Schwesterpartei Dorothee Bär. Die Branche vertreten hat Ubisoft Deutschlands Managing Director Ralf Wirsing und Host war wie immer game-Geschäftsführer Felix Falk, der beide Gäste zu unterschiedlichen Themen der Gamespolitik befragt hat.

Angesprochen wurde vor allem auch die digitale Auffrischung von Schulen und Lehrplänen sowie der Einzug von Games ins Klassenzimmer. Das Thema war von der CDU in einem kürzlichen 25-Punkte-Plan explizit aufgegriffen worden und auch Bär stellte sich noch einmal dahinter und meinte, könnte sie eine Sache ohne Hürden angehen, wäre es die digitale Bildung. Darüber hinaus würden SchülerInnen im Unterricht nicht ausreichend auf den Lebensalltag vorbereitet, der eben digital geprägt sei. Gleichzeitig habe der Jugendmedienschutz weiterhin eine hohe Priorität, wobei man hier bereits weit gekommen sei und viel Aufklärung geleistet wurde. Die allgemeine Erleichterung über das Ende von "Killerspiel"-Debatten war der Runde dabei anzumerken.

Ebenfalls viel geschafft wurde in puncto Förderung und Zusammenarbeit mit der Politik, wie etwa Wirsing sagte. Allerdings ist das nur ein Anfang, wenn es nach Bär geht. Sie führte Bayern und NRW als Positivbeispiele für Länder an, die sich darüber hinaus weiter für die Spieleindustrie engagieren. In der nächsten Legislaturperiode möchte Bär unter anderem die Gamesförderung im geplanten Ministerium für digitale Innovation und Transformation angesiedelt sehen. Welche Bereiche dieses Ministerium dann auch wirklich umfassen würde, dazu lies sie jedoch Vorsicht walten, da das Verhandlungssache sei. Schließlich müsste dafür auch anderen Kompetenzen weggenommen werden, so Bär.

Ernüchternd zeigte sich bei einem Rückblick die Bilanz zur Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen. Zwar hatte Bär sich mit einer eigenen Initiative noch dafür eingesetzt, aber Innenministerium und Sportbranche haben sich dagegengestellt. Da habe es "heftige Kämpfe" gegen große "Beharrungskräfte" in beiden Bereichen gegeben, erklärte Bär bei dem Hinweis, dass das Ziel nun erneut auf dem CDU-Plan steht. ??

Beharrungskräfte gibt es sicherlich auch in der Diversitätsfrage der Gamesbranche. Das sei Bär auch ein starkes Anliegen. Frauen und Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen müssten mehr in Teams vertreten sein, da sich das letztlich auch im Arbeitsergebnis wiederspiegeln würde. Nachdem unter anderem Ubisoft erst kürzlich wieder diesbezüglich in der Kritik stand, erklärte Wirsing, welche Maßnahmen bisher getroffen wurden und dass diese zum Greifen Zeit bräuchten.

Zwischenzeitlich waren beide Gäste noch von Streamerin Maty zu unterschiedlicheren, leichteren Themen befragt worden. So antwortete die Staatsministerin für Digitales beispielsweise auf die Frage hin, ob sie das Wirtschafts- oder das Verkehrsministerium übernehmen würde: "Man nimmt, was man kriegt".