Games

Wahlvorschau: Teil 2 - Gamesförderung

Eine turbulente Legislaturperiode geht zu Ende und die Zusammensetzung des neuen Bundestages wird auch erhebliche Auswirkungen auf die Branche haben. Daher lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Ziele und Vorhaben der Parteien zu werfen. Diesmal die Parteipostionen zur Gamesförderung.

10.08.2021 10:17 • von Valentin Masszi
- (Bild: Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann)

Am 26. September wird die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag stattfinden. Einschneidende Veränderungen warten unweigerlich am Horizont, so wird Angela Merkel nach sechzehn Jahren und vier Wahlen nicht mehr Bundeskanzlerin sein, die Republik befindet sich in einer neuen Phase der schlimmsten Gesundheitskrise seit dem zweiten Weltkrieg und die Bevölkerung zieht nicht zuletzt Bilanz aus vier Jahren AfD im wichtigsten Gremium der deutschen Politik. Auch die Gamesbranche wird vom Wahlergebnis nicht unberührt bleiben. Das wird bereits bei einem Blick auf die zahlreichen Ziele und Wahlversprechen von VertreterInnen des gesamten Parteienspektrums sichtbar.

Dass die Wahlversprechen mit Vorsicht genossen werden müssen, zeigte sich beim Thema E-Sport, doch in puncto Förderung ließen die Regierungsparteien ihren Worten Taten folgen. Eine Unterstützung für Spieleproduktionen auf Bundesebene wurde an­gekündigt und umgesetzt, wenn auch mit ein paar Startschwierigkeiten. Heute stehen zur Förderung von Games jährlich 50 Millionen Euro zur Verfügung und das voraussichtlich bis mindestens 2026. CDU/CSU möchten die Gamesförderung weiterhin stark unterstützen und auch der SPD ist das Thema wichtig. "Die Förderung von Computerspielen wollen wir darum dauerhaft verankern", liest sich im Wahlprogramm.

Keine Partei hat sich gegenüber GamesMarkt gegen die weitere Förderung ausgesprochen. Die FDP fordert zudem: "Durch ein Venture-Capital-Gesetz können branchenübergreifend die steuer­lichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital in Deutschland verbessert werden. Zusätzliche Unterstützung kann durch verbesserte Möglichkeiten für Crowdfunding gewährleistet werden. Dazu gehört auch die Öffnung bestehender Förderprogramme des Bundes und der Länder für die Gamesbranche." Joachim Paul, Bundesvorstandsmitglied der AfD, schlägt wiederum vor: "Zu prüfen wäre, inwieweit die von der Bundesagentur für Sprunginnovation (SPRIND) ent­wickelten Förderinstrumente und Förderprozesse auf die Gamesförderung übertragbar sind." Die Linke will mit finanzieller Unterstützung vor allem auch Frauen unter die Arme greifen und Wirtschaftsförderung "etwa im Rahmen regionaler Förderung, im Bereich der Entwicklungsförderung und Independentbereich sowie der Ausbildung von Fachkräften" betreiben. "Daneben halten wir die Förderung einzelner Titel für sinnvoll, die einen kulturellen oder pädagogischen Wert haben. Insgesamt wollen wir mit der Verankerung von spezifischen Förderungskriterien die Gameskultur inklusiver, diverser und barrierefreier gestalten", so die Partei.