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Embracer kauft acht Firmen, zwei über Koch Media

Grimfrost, 3D Realms, Slipgate Ironworks, Easy Trigger, Ghost Ship Games, CrazyLabs, Force Field und Digixart gehören künftig zur Embracer Group. Die letzten beiden Akquisitionen laufen über Koch Media.

05.08.2021 10:53 • von Valentin Masszi

Die Embracer Group hat eine weitere Einkaufstour quer durch die internationale Branche getätigt, teils direkt, teils über Tochterfirmen. Acht Unternehmen kommen unter das Dach des schwedischen Konzerns: Grimfrost, 3D Realms, Slipgate Ironworks, Easy Trigger, Ghost Ship Games, CrazyLabs, Force Field und Digixart. Darunter sind Merchandise-Händler, Publisher sowie Entwicklungsstudios aus den Bereichen VR, Mobile und anderen Sparten.

Von den acht Firmen hat Koch Media Digixart und mit der Tochterfirma Vertigo Games Force Field akquiriert. Letzteres ist ein VR-Studio aus Amsterdam, welches mitunter Titel wie "Landfall", "Time Stall" und "Coaster Combat" entwickelt, bereits für National Geographic produziert und das Haus von Anne Frank in Virtual Reality umgesetzt hat. Von den 65 MitarbeiterInnen des Studios verspricht sich Vertigo Games einen Ausbau seiner AAA-Expertise.

Die EntwicklerInnen von Digixart sind wiederum für Spiele wie "11-11 Memories Retold" bekannt. Ihr Studio aus dem französischen Montpellier wird unmittelbar Koch Media unterstellt sein, dort beim Ravenscourt-Label unterkommen und mit den PlaneggerInnen schon am 16. August ihr neues Spiel "Road 96" veröffentlichen. "DigixArt ist ein sehr talentiertes Studio mit einem erfahrenen Team und bewährten Fähigkeiten, großartige IPs zu entwickeln. Als Teil von Koch Media und der Embracer-Gruppe hat DigixArt das Potenzial, zu wachsen und ein führendes Studio im Bereich der narrativen Spiele zu werden. Wir freuen uns darauf, sie in unserem Team - powered by Ravenscourt - willkommen zu heißen," kommentiert Koch-Media-Mitgründer und -CEO Klemens Kundratitz.

Direkt hat Embracer Grimfrost und CrazyLabs übernommen. Das schwedische Unternehmen Grimfrost ist spezialisiert auf Kleidung, Accessoires, LARP-Utensilien und weiteres Merchandise im WikingerInnen-Stil. Auch für Film- und Fernseh-Produktionen stellt das eigentlich als Varyag Group eingetragene Unternehmen Material bereit. Mit dem Merger würden sich Kollaborationen mit Spielen in entsprechenden Settings ergeben, so Embracer-Gründer und -CEO Lars Wingefors. Der Konzern hat 70 Prozent von Grimfrost übernommen. Der Neuzukauf wird als eine eigene Tochterfirma innerhalb der Abteilung Partner Publishing and Film agieren.

Vom Mobile Studio und Publisher CrazyLabs wurden 100 Prozent ebenfalls direkt von Embracer erworben. Zu deren Spielekatalog gehören etwa "Tie Dye", "ASMR Slicing" und "Acrylic Nails". Das Unternehmen war auf Platz Drei der Mobile Publisher mit den meisten Downloads im Jahr 2020 und unterhält unter anderem Standorte in Deutschland, Israel, der Ukraine und China. Bei Embracer wird Crazy Labs der DECA Group unterstellt.

Auch Saber Interactive erwirbt zwei Firmen, beide zu 100 Prozent. Darunter findet sich der Publisher hinter "Duke Nukem" 3D Realms Entertainment aus Dänemark. Im Rahmen der Übernahme wird es einen Wechsel an der Unternehmensspitze geben: Frederik Schreiber löst Mike Nielsen als CEO von 3D Realms ab. Das Team wird fortan mit Saber Interactive als dessen Tochter an Publishing-Projekten arbeiten.

Sabers zweite Akquise betrifft Slipgate Ironworks. Ebenfalls in Dänemark beheimatet und vom neuen 3D-Realms-CEO Schreiber gegründet war das Studio an der Entwicklung und Portierung von "Ghostrunner" sowie "Graven" beteiligt. "Wir haben eine hervorragende Grundlage bei Slipgate geschaffen und mit Saber bereits an mehreren Projekten gearbeitet. Wir haben schnell eine großartige Synergie erreicht und teilen eine gemeinsame Vision bezüglich der Qualität an Spielen, die wir liefern wollen. Mit dieser Akquise wird es uns möglich sein, unsere Aktivitäten sowohl bei Slipgate als auch abei 3D Realms auszuweiten, zusammen mit einem starken und zuverlässigen Partner. Wir könnten uns kein besseres Match vorstellen!", so Schreiber.

Die letzten beiden Käufe im Rahmen der Tour wurden schließlich von der Embracer-Tochter Coffee Stain getätigt. Sie hat einerseits Easy Trigger erworben, ein Entwicklungsstudio aus Schweden, welches vor allem mit dem Titel "Huntdown" Erfolge feiern konnte. Daran soll auch in der neuen Funktion des Unternehmens als Tochter von Coffee Stain weiter gearbeitet werden, wobei des Weiteren neue Indie-Titel auf dem Plan stehen.

Andererseits steht auch Ghost Ship Games aus Dänemark künftig zur Gänze unter dem Dach von Coffee Stain. Die EntwicklerInnen des Multiplayer-Hit-Titels "Deep Rock Galactic" werden weiterhin unabhängig an eigenen Projekten arbeiten, bei denen sie Coffee Stain und Embracer vollumfänglich unterstützen wollen. Der CEO und Mitgründer von Ghost Ship Games Søren Lundgaard sieht in der Übernahme unter anderem die Möglichkeit, neue IPs zu schaffen, mehr zu investieren und die IP von "Deep Rock Galactic" in mehr Märkte zu bringen.

Alle Käufe wurden zwischen Anfang Juli und Anfang August getätigt, preisliche Details wurden zu keinem veröffentlicht.