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Netflix arbeitet am eigenen Spiele-Genre

Im Rahmen eines Gesprächs mit Analysten haben Netflix-Manager erstmals etwas tiefer in die Games-Strategie des Videostreaming-Anbieters blicken lassen. Wirklich konkret wurde es nicht. Vorerst werden Netflix-Games jedoch Bestandteil des normalen Abos. Sie werden vermutlich eher Story-getrieben und vorerst auf mobilen Plattformen angeboten. Doch das soll sich langfristig ändern.

22.07.2021 16:52 • von Stephan Steininger
- (Bild: Netflix)

Ja, Netflix hat einiges vor in Sachen Games. Zumindest diese Frage, über die lange spekuliert wurde, wurde im Rahmen eines Analystengesprächs beantwortet, das im Vorfeld der aktuellen Quartalszahlen stattfand. Viele Details blieben und bleiben vage. Wann genau kommt das erste Netflix Spiel? Wie heißt es? Wie wird es gespielt? All diese Fragen blieben unbeantwortet.

Anderes wurde jedoch sehr deutlich. Zum Beispiel, dass die Entscheidung pro Games keineswegs leicht war. Das machte Wilmot Reed Hastings, Chairman, President, Co-CEO und Gründer von Netflix, deutlich. Man habe Jahre über Videospiele diskutiert, Vor- und Nachteile über mögliche Timings für einen Einstieg abgewogen. Entscheidend war laut Hastings wohl, dass das Investment in Games in Relation zum Investment in andere Inhalte steht.

Die Höhe der zu tätigenden Investitionen dürfte mit den Ausschlag gegeben haben, dass sich Netfliux zu Beginn jedenfalls auf das Mobile Gaming fokussieren wird, wie Gregory Peters, COO & Chief Product Officer erklärte. Peters lobte jedoch vor allem am Mobile Gaming, dass es ein weit gefächertes Angebot an Tools und Studios gibt. Und dass die Mehrheit der Netflix AbonnentInnen ein Mobiltelefon besitzen.

Peters stellte aber auch klar: Langfristig käme jede Plattform für Netflix infrage, auf "irgendeine Art von Spieleerfahrung" möglich sei. Der Netflix Produktchef sprach bewusst davon, dass Games oder auch interaktive Erfahrungen im gleichen Spektrum existieren.

Peters Worte lassen viel Raum für Spekulation, doch das ist gewollt. Denn er verweist auf die Entwicklung, die das Netflix-Portfolio auch im Film-und Serienbereich durchlaufen habe. Immer wieder seien neue Formate, Genres, Lokalproduktionen und vieles mehr hinzukommen. Auch beim Games-Engagement handle es sich um einen Ansatz, der über viele Jahre geplant ist.

Der Netflix COO stellt außerdem klar, dass man durchaus eigene und vor allem neue Wege gehen will. Das Angebot soll sich von dem unterscheiden, was es heute schon gibt. Netflix sucht also nach einer Art Netflix-Nische, einem Genre oder Konzept, dass es so nicht gibt und das man besetzen will. Gleichzeitig sprach er sich aber auch für eine Verlängerung bestehender Film- bzw. Serienwelten auf Games aus. Viele UserInnen würden gerne tiefer in Story und Charakter eintauchen. Auch der umgekehrte Weg sei denkbar: Serien, die auf ein Netflix-Game basieren. Man könnte auch sagen, Peters stieß Türen in alle Richtungen auf, wollte aber durch keine konkret hindurchgehen.

Anders verhielt es sich jedoch beim Thema Monetarisierung. "Wir müssen nicht über Werbung nachdenken. Wir müssen nicht über In-Game-Käufe oder andere Monetarisierungsmechanismen nachdenken. Wir müssen nicht über Spieleverkäufe nachdenken", so Peters. Dank des Abonnementmodells könne man sich wie beim Film- und Seriengeschäft einzig und allein darauf konzentieren, die bestmögliche Spieleerfahrung zu entwickeln.

Last not least kündigte er an, dass Netflix eine ganze Reihe von verschiedenen Spielen mit verschiedenen Mechanismen ausprobieren wird, um herauszufinden, was für die Netflix KundInnen am besten passt.