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Konami ersetzt "Pro Evolution Soccer" durch Free-to-play-Spiel "eFootball"

Konami nimmt in Sachen Fußball-Simulation einen radikalen Kurswechsel vor. Die "Pro Evolution Soccer"-Reihe wird nicht mehr fortgesetzt. Stattdessen startet Konami die neue Spiele-IP "eFootball" und zwar im Free-to-play-Modell.

21.07.2021 12:57 • von Stephan Steininger
Zur Ankündigung von "eFootball" legt Konami auch die Roadmap für den Free-to-play-Titel vor (Bild: Konami)

Electronic Arts und Konami sind im Segment Fußball-Simulation so etwas wie Real Madrid und der FC Barcelona. Oder wie Messi und Ronaldo. Zwei ewige Kontrahenten, deren Fanbase das jeweilige Produkt vergöttert. Doch tatsächlich schlug das Pendel in den letzten Jahren immer mehr zu Gunsten von EA und der "FIFA"-Reihe aus.

Konkurrent Konami reagiert jetzt mit einem durchaus radikalen Schnitt. Das japanische Unternehmen stellt das Free-to-play-Spiel "eFootball" vor, das im Herbst für PS5, PS4, Xbox Series X'S, Xbox One, Windows 10 und Steam erscheint. Versionen für iOS und Android sollen bald folgen. "eFootball" ersetzt als Marke die langjährige "FIFA"-Konkurrenzreihe "Pro Evolution Soccer" (PES), die in vielen internationalen Märkten auch als "Winning Eleven" vermarktet wird.

Das neue Spiel wurde mit der Unreal Engine entwickelt und wird als rein digitales Produkt vermarktet. "Ausgehend von der starken Grundlage der Unreal Engine, die es uns ermöglichte, die Darstellung der Spieler massiv zu überarbeiten, haben wir eine Reihe von Modifikationen vorgenommen, um praktisch eine neue Engine für Fußballspiele zu erschaffen, die "eFootball" für die nächsten Jahre antreiben wird", so Seitaro Kimura, eFootball Series Producer bei Konami Digital Entertainment. "Mit der zusätzlichen Leistung der Konsolen der neuen Generation und durch die enge Zusammenarbeit mit Elite-Fußballern liefert eFootball unser bisher spannendstes und realistischstes Gameplay. Wir werden im nächsten Monat konkrete Gameplay-Details bekannt geben."

Konamis Strategiewechsel von einem Premium-Produkt hin zu einem Free-to-play-Spiel könnte die Gewichtung im Bereich Fußball-Simulation massiv verändern. Gerade in den asiatischen Märkten wird das Free-to-play-Modell bevorzugt. Auch ist dort der E-Sport wesentlich weiter entwickelt, den Konami mit der neuen Namensgebung eindeutig adressiert. Der Name "eFootball" an sich überrascht hingegen weniger: Schon die letzten "PES"-Versionen hießen offiziell "eFootball Pro Evolution Soccer 2020" bzw. "".

Ein Problem bleibt trotz der potenziell Genre-verändernden, strategischen Kehrtwende bestehen: Electronic Arts verfügt über ungleich mehr Lizenzen, um echte Club- und SpielerInnen-Namen im Game zu verwenden. Dies war in den vergangenen Jahren mit ein Hauptgrund, weshalb immer mehr KäuferInnen zu EAs "FIFA" griffen.