Games

Wahlvorschau: Teil 1 - E-Sport

Eine turbulente Legislaturperiode geht zu Ende und die Zusammensetzung des neuen Bundestages wird auch erhebliche Auswirkungen auf die Branche haben. Daher lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Ziele und Vorhaben der Parteien zu werfen. Den Anfang macht der E-Sport.

03.08.2021 07:00 • von Valentin Masszi
- (Bild: Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann)

Am 26. September wird die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag stattfinden. Einschneidende Veränderungen warten unweigerlich am Horizont, so wird Angela Merkel nach sechzehn Jahren und vier Wahlen nicht mehr Bundeskanzlerin sein, die Republik befindet sich in einer neuen Phase der schlimmsten Gesundheitskrise seit dem zweiten Weltkrieg und die Bevölkerung zieht nicht zuletzt Bilanz aus vier Jahren AfD im wichtigsten Gremium der deutschen Politik. Auch die Gamesbranche wird vom Wahlergebnis nicht unberührt bleiben. Das wird bereits bei einem Blick auf die zahlreichen Ziele und Wahlversprechen von VertreterInnen des gesamten Parteienspektrums sichtbar.

Natürlich ist für keines der Versprechen eine Umsetzung garantiert. CDU, CSU und SPD haben das bekanntermaßen gegenüber der Gemeinnützigkeit des E-Sports deutlich gemacht. Die sollte laut Koalitionsvertrag eigentlich angestrengt werden, am Ende der Legislaturperiode flüchtete sich das Innenministerium unter Leitung der CSU jedoch in unrealistische Alternativvorschläge. Für die nächste Wahl haben CDU/CSU gegenüber GamesMarkt einen erneuten Einsatz für die Gemeinnützigkeit des E-Sports zugesagt. Das SPD-Wahlprogramm verschreibt sich ebenfalls diesem Ziel. Tatsächlich für das Thema stark gemacht hatten sich in den letzten vier Jahren neben einzelnen PolitikerInnen aber vor allem zwei Oppositionsparteien. So hatte etwa die FDP der Regierung bei dem Thema regelmäßig über Anfragen auf den Zahn gefühlt, etwa in der Drucksache 19/30392 "Förderung des eSports in Deutschland". Die Grünen waren hier ebenfalls aktiv und brachten beispielsweise die Anfrage auf den Weg, welche das Eingeständnis zum Begräbnis der Regierungsbemühungen offiziell machte. Beide Parteien bekräftigten ihre Position noch einmal gegenüber GamesMarkt, Anders sehen oder sahen es zumindest Linke und AfD. Letztere nahm laut der Drucksache 19/31091 die Position ein, dass "es sich beim Thema des sogenannten eSports zum weit überwiegenden Teil mehr um den Begriff E-Gaming und kaum tatsächlich um 'eSport' (virtuelle Sportsimulationen) handele." Auf Anfrage hin hat die AfD sich für die Gemeinnützigkeit des E-Sports ausgesprochen, ohne auf dessen Definition einzugehen. Die Linke wiederum blickt nach wie vor mit Skepsis auf das Thema. Sie will finanzielle Mittel lieber für die Unterstützung des non-virtuellen Sports einsetzten, heißt es gegenüber GamesMarkt.