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GDC State of the Game Industry: Entwickler wünschen sich Gewerkschaft

Die OrganisatorInnen der Game Developer Conference legten die Ergebnisse ihrer traditionellen, jährlichen "State of the Game Industry"-Umfrage vor. Erneut gab es zahlreiche Fragen zu den Themen Arbeitszeit und Arbeitsumfeld. Das Home Office schlägt den TeilnehmerInnen nicht zu Gemüt. Trotzdem wünschen sich über die Hälfte eine Gewerkschaft.

30.04.2021 15:10 • von Stephan Steininger

SchauspielerInnen haben eine, DrehbuchautorInnen ebenso, wieso also nicht auch EntwicklerInnen? Die Rede ist von einer Gewerkschaft, die sich für die Rechte der ArbeitnehmerInnen in den Studios einsetzt. Und glaubt man dem "State of the Game Industry Report" der GDC, dann entspricht die Gründung einer Gewerkschaft dem Wunsch der Mehrheit der SpieleentwicklerInnen.

Genauer gesagt gaben 51 Prozent aller TeilnehmerInnen an der traditionellen, jährlichen "State of the Industry"-Umfrage an, dass sie der Meinung sind, dass sich die Mitarbeitenden der Branche gewerkschaftlich organisieren sollten. Weitere 24 Prozent antworteten mit einem vorsichtig zustimmenden "Maybe" und nur 14 Prozent sind strikt gegen das "Unionizing".

Wirklich überzeugt, dass es zur Gründung von Gewerkschaften kommt, waren die TeilnehmerInnen jedoch nicht. Nur 20 Prozent glaubt an eine Gründung, 23 glauben nicht daran. Alle anderen wollten sich aus dem ein oder anderen Grund nicht festlegen.

Die Frage nach einer Development-Gewerkschaft wurde in diesem Jahr im Rahmen mehrere Fragen zum Thema Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen gestellt. Angesichts der Pandemie hatten die Organisatoren bei ihrer Traditionsumfrage diese Themen sowie die Digitalstores besonders im Blick. Daneben gab es auch die jährlichen Abfragen, für welche Plattformen derzeit besonders viel oder wenig entwickelt wird. Einzig auffallende Veränderung hierbei: VR und AR verlieren unter den Entwicklern an Bedeutung.

Hinsichtlich der Arbeitszeiten lässt sich indes feststellen, dass 45 Prozent aller UmfrageteilnehmerInnen angaben im Schnitt in den vergangenen zwölf Monaten zwischen 36 und 45 Stunden pro Woche gearbeitet zu haben. Auf die Frage, wie viele Wochenstunden in der schlimmsten Einzelwoche gearbeitet wurde, antworteten mehr als die Hälfte mit 50 oder mehr Stunden. Der Anteil der TeilnehmerInnen, die in der arbeitsintensivsten Woche des vergangenen Jahres 60 oder mehr Stunden arbeiteten, liegt bei über 30 Prozent.

Interessant sind die Gründe für die Überstunden. 73 Prozent gaben an, dass sie sich selbst den Druck zu längeren Arbeitszeiten gemacht hätten. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 59 Prozent. Immerhin 33 Prozent empfinden die Arbeitszeit gar nicht als exzessiv. Druck aus dem Management verspürten 14 Prozent, Gruppenzwang immerhin noch elf Prozent.

Hinsichtlich der Pandemie und des Home Offices fordert der GDC State of the Industrie Report zu Tage, dass die Menschen in der Branche sehr unterschiedlich mit der Situation zurecht kommen, So sagt jeweils ein Drittel aller TeilnehmerInnen, dass ihre Kreativität im Home Office gestiegen, gleichgeblieben und gesunken sei.