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Deutscher Computerspielpreis: Mimimi und die Steam-Eroberer

Zum zweiten Mal wurde der Deutsche Computerspielpreis per Videostream verliehen und erneut lieferte Moderatorin Barbara Schöneberger, diesmal mit Uke Bosse an ihrer Seite, ab. In den Hauptkategorien setzten sich die Münchner von Mimimi Games durch. Doch auch die auf Steam erfolgreichen Berliner Teams Ion Lands und Toukana Interactive gingen nicht mit leeren Händen.

14.04.2021 00:11 • von Stephan Steininger
Barbara Schöneberger und Uke Bosse bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreis DCP (Bild: Franziska Krug/Getty Images für Quinke Networks)

2020 hatte man noch auf das Comeback einer abendfüllenden Gala gehofft, doch die Pandemie zwang die Veranstalter auch den Deutschen Computerspielpreis 2021, kurz den DCP, per Videostream zu verleihen. Das gelang erneut mit einer runden Veranstaltung, auch weil Dauer-DCP-Moderatorin Barbara Schöneberger routiniert durch die virtuelle Preisverleihung führte. An ihrer Seite stand in diesem Jahr Uke Bosse. Die eigentlichen Stars des Abends waren - nach den Opening-Grußworten von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Digitalisierungsstaatsministerin Dorothee Bär und game-Verbandsgeschäftsführer Felix Falk - die Spiele und ihre Entwickler. Sie konnten sich über Preisgelder in Höhe einer Rekordsumme von insgesamt 790.000 Euro freuen.

Hier zeigt sich, dass der deutsche Markt sehr wohl fortschritte in den vergangenen Jahren machen konnte. Unter den Nominierten und damit auch den Gewinnern vor allem auch der Hauptkategorien fand sich kein Spiel, für das sich der Gamesstandort Deutschland verstecken muss. Das war bekanntlich nicht immer der Fall.

Der große Gewinner des Abends hieß sicherlich Mimimi Games, auch wenn die München nicht alle Nominierung in Preise ummünzen konnten. Es gelang ihnen aber in den beiden wichtigsten Kategorien "Spiel des Jahres" sowie "Studio des Jahres". Ebenfalls zwei Preise erhielt das Berliner Team von Toukana Interactive, das mit dem Spiel "Dorfromantik" derzeit in aller Munde ist. Aber auch "Cloudpunk" von Ion Labs, ebenfalls ein Steam-Erfolg Made in Germany, gewann zumindest einen DCP und zwar verdient. Verdient wäre es auch, wenn die Branche im kommenden Jahr auch endlich wieder gemeinsam den DCP und die Preisträger feiern könnte.

Nachfolgend alle Gewinner des Deutschen Computerspielpreises 2021 im Überblick:

Bestes Deutsches Spiel (dotiert mit 100.000 Euro): Desperados III (Mimimi Games/THQ Nordic)

Bestes Familienspiel (dotiert mit 80.000 Euro): El Hijo - A Wild West Tale (Honig Studios, Quantumfrog/HandyGames)

Nachwuchspreis - Bestes Debüt (dotiert mit 60.000 Euro): Dorfromantik (Toukana Interactive)

Nachwuchspreis - Bester Prototyp (dotiert mit 50.000 Euro): Passing By (Hannah Kümmel, Jan Milosch, Marius Mühleck, Ilona Treml)

Beste Innovation und Technologie (dotiert mit 35.000 Euro): Holoride (Holoride)

Beste Spielewelt und Ästhetik (dotiert mit 35.000 Euro): Cloudpunk (ION Lands)

Bestes Gamedesign (dotiert mit 35.000 Euro): Dorfromantik (Toukana Interactive)

Bestes Serious Game (dotiert mit 35.000 Euro): Welten der Werkstoffe (Cologne Game Lab der TH Köln)

Bestes Mobiles Spiel (dotiert mit 35.000 Euro): Polarized! (Marcel-André Casasola Merkle /TheCodingMonkeys)

Bestes Expertenspiel (dotiert mit 35.000 Euro): Suzerain (Torpor Games / Fellow Traveller)

Bestes Internationales Spiel (undotiert): The Last of Us Part II(Naughty Dog/Sony Interactive Entertainment)

Bestes Internationales Multiplayer-Spiel (undotiert): Animal Crossing: New Horizons (Nintendo)

Spielerin/Spieler des Jahres (undotiert): Gnu (Jasmin K.)

Studio des Jahres (dotiert mit 40.000 Euro): Mimimi Games (München)

Sonderpreis der Jury (dotiert mit 10.000 Euro): Indie Arena Booth Online 2020 (Super Crowd Entertainment)