Games

game: Umsatz im deutschen Gamesmarkt steigt um über 30 Prozent

8,53 Mrd. Euro oder 32 Prozent mehr als im Vorjahr gaben deutsche GamerInnen 2020 für Spiele, Dienste aber auch Hardware aus. Das gab der Branchenverband game auf Basis von Daten von GfK und App Annie bekannt. Das Volumen des deutschen Spielemarkts liegt sogar über dem Großbritanniens.

23.03.2021 09:00 • von Stephan Steininger
Auch dank Corona erreicht der deutsche Spielemarkt ein Umsatzvolumen von 8,53 Mrd. Euro laut den neuen Daten des game-Verbands (Bild: game)

Der deutsche Gamesmarkt hatte ein Boomjahr. Das geht aus neuen Marktdaten hervor, die der Branchenverband game jetzt vorlegte. Insgesamt beziffert der Verband die Ausgaben deutscher GamerInnen im Jahr 2020 für Spiele, In-Game-Content oder auch Hardware und Zubehör auf 8,53 Milliarden Euro. Das Marktvolumen stieg damit um 32 Prozent gegenüber Vorjahr. 2019 lag das Marktvolumen nach Verbandsangaben bei 6,46 Mrd. Euro. Eine längere Vergleichsbetrachtung ist leider nicht möglich, da einer der Datenpartner des game, die GfK, die Definition im Segment Gameshardware - wieder einmal - anpasste. Zumindest die Daten für 2019 wurden aber mit korrigiert.

Betrachtet man die Entwicklung in den einzelnen Segmenten zeigt sich der Markt in allen Facetten robust. In jedem Segment gab es zweistellige Zuwachsraten. Und dennoch entwickelten sich die verschiedenen Bereiche sehr unterschiedlich. Das nominal größte Plus gab es bei den In-Game-Käufen. Hier stieg der Umsatz um fast exakt eine Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr an. Prozentual lag das Plus bei 44,3 Prozent.

Das prozentual größte Wachstum gab es hingegen bei den Gebühren für Onlinedienste. Hier lag das Plus bei satten 50 Prozent. Die geringste Zuwachsrate gab es bei den klassischen Spielekäufen. Dieses Marktsegment legte um nur 120 Mio. Euro gegenüber Vorjahr zu was einem Plus von 11,4 Prozent entspricht. Spannend dürfte hierbei die Entwicklung innerhalb des Segments sein, da es die Digital- wie auch die physischen Verkäufe zusammenfasst. Eine detaillierte Auswertung veröffentlicht der Verband in der Regel in den folgenden Wochen nach den Gesamtdaten.

Ein weiterer Wachstumstreiber 2020 war der Bereich Hardware. Er stieg im Volumen um fast 700 Mio. Euro, was auch auf die neuen Konsolen zurückzuführen ist, deren Nachfrage jedoch nicht durchgehend bedient werden konnte. Für Verbands-Geschäftsführer Felix Falk lassen die Daten auf weitere gute Jahre hoffen: "Das außerordentlich starke Wachstum im Games-Bereich zeigt, wie wichtig Games im Corona-Jahr 2020 waren. Sie haben Millionen Menschen zusammengebracht, Spielerinnen und Spieler trotz fehlender Reisemöglichkeiten fremde Welten entdecken lassen, beim Homeschooling unterstützt oder einfach nur für gute Unterhaltung trotz der Pandemie gesorgt. Dabei konnte die große Nachfrage im Bereich der Spielekonsolen oder auch Gaming-Grafikkarten aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit nicht immer gestillt werden. Viele deutsche Haushalte haben in der Corona-Pandemie also technisch aufgerüstet und sind damit fit für die Spiele-Hits der kommenden Jahre", so Falk.

Und noch etwas machen die Daten des game deutlich: Deutschland ist nach dem Brexit nicht nur der wichtigste Spielemarkt der EU, er ist auch der größte Gamesmarkt Europas. Erst vor wenigen Tagen hatte auch der britische Verband UKIE Daten zu den Verbraucherausgaben vorgelegt. Obwohl darin auch Umsätze mit Games-Lizenzprodukten oder Kinoerlöse von Games-basierten Filmen wie "Sonic" einflossen kam der britische Markt nur auf ein Volumen von umgerechnet 8,1 Mrd. Euro. Auch dies übrigens ein Plus von fast 30 Prozent.