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"Fortnite"-Streit: Epic Games zieht gegen Apple vor EU-Kommission

Das letzte Wort im Streit zwischen Epic Games und Apple ist noch nicht gesprochen. Jetzt hat Epic in Brüssel eine Beschwerde wegen Wettbewerbsverstößen gegen den iPhone-Konzern eingereicht.

17.02.2021 15:48 • von Nadine Seibold

Der Streit zwischen dem "Fortnite"-Entwickler Epic Games und Apple über die Benutzung des App-Stores geht weiter und wird jetzt auch in Europa ausgefochten. Nach eigenen Angaben des Entwicklers reichte Epic in Brüssel bei der EU-Kommission eine Kartellbeschwerde wegen Wettbewersverstößen gegen Apple ein. Er wirft dem iPhone-Hersteller vor, seine Kontrolle über den App-Store wettbewerbswidrig auszunutzen und Entwicklern zu schaden.

Die Beschwerde bei der EU gegen Apple ergänzt somit nach Angaben des Unternehmens auch jene in den USA, Großbritannien und Australien. "Hier steht die Zukunft mobiler Plattformen auf dem Spiel», sagte Epic-Chef Tim Sweeney, der einen "fairen Markt" fordert. Entwicklern müsste es möglich sein, fair zu konkurrieren. "Wir werden nicht zusehen und Apple erlauben, seine Dominanz auszuspielen." Die Beschwerde in Europa ist Teil eines groß angelegten Vorhabens, den das Unternehmen intern als "Project Liberty" bezeichnet. Auch andere Apple-Gegner wie Spotify und Tinder verbünden sich diesbezüglich im Streit mit Epic.

Bei dem Streit geht es um die Abgabe in Höhe von 30 Prozent, die App-Entwickler an Apple und Google zahlen müssen, wenn sie im App-Store oder Google Play Store präsent sein wollen. Zudem lässt Apple auf seinen Mobilgeräten Downloads nur aus dem eigenen App-Store zu. Als Bezahlmethode schreibt das Unternehmen dabei das eigene System Apple Pay vor. Der Streit zwischen Apple - und auch Google - und Epic Games eskalierte dann im Sommer letzten Jahres, als Epic in die jüngste "Fortnite"-Spieleversion eine alternative Zahlvariante integrierte. Daraufhin entfernte Apple das Spiel aus seinem App-Store und Epic startete den Rückschlag mit mehreren Klagen gegen die Apple-Zahlpolitik.