Produkt

Joy-Con-Drift wandert vor die Europäische Kommission

Das vielerorts berichtete Steuerungsproblem der Nintendo Switch wird vom BEUC nun der Europäischen Kommission sowie den Verbraucherschutzorganisationen zahlreicher Länder in Form einer Beschwerde vorgelegt.

28.01.2021 15:45 • von Valentin Masszi
Nintendos Switch wird von dem sogenannten "Joy-Con Drift" geplagt. (Bild: Nintendo of Europe)

Seit Langem hat die Switch mit dem sogenannten "Joy-Con Drift" zu kämpfen. Dabei handelt es sich um die Registrierung einer Eingabe durch einen Steuerungsstick, obwohl keine erfolgte. So würde sich etwa die Spielfigur bewegen, wenn man den Controller überhaupt nicht berührt. Spieler aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Protugal, Italien, Norwegen, der Slowakei, Slovenien und Griechenland hatten das Problem offiziell angeprangert, woraufhin die Europäische Verbraucherschutzbehörde Bureau Européen des Unions de Consommateurs, kurz BEUC, aktiv wurde.

Nach den Daten des BEUC sind 88 Prozent der kaputten Controller innerhalb der ersten zwei Jahre dem Joy-Con-Drift anheim gefallen. Das stelle einen zu frühen Verschleiß der Hardware da, welcher noch dazu nicht von Nintendo kommuniziert wurde. Wegen beidem hat die Behörde nun Beschwerde bei der Europäischen Kommission sowie bei den nationalen Verbraucherschutzorganisationen eingereicht. Es wird eine europaweite Untersuchung gefordert sowie sofortige Maßnahmen von Seiten Nintendos. Controller mit dem Problem sollen kostenlos repariert werden und es solle eine offene Kommunikation zu der kurzen Lebensdauer stattfinden.

Monique Goyens, Director General des BEUC, erläutert: "Konsumenten nehmen an, dass die Produkte, die sie kaufen, einen angemessenen Zeitraum funktionieren, im Rahmen gerechtfertigter Erwartungen, und nicht, dass sie für teuren Ersatz aufgrund eines technischen Defekts bezahlen müssen. Nintendo muss mit zufriedenstellenden Lösungen für die tausenden Konsumenten, die dieses Problem betrifft, aufwarten. Es ist höchste Zeit, dass Unternehmen aufhören, Produkte auf den Markt zu bringen, die zu früh kaputt gehen. Unnötigerweise Elektromüll zu verursachen geht absolut gegen die Ziele des Europäischen Green Deal. Um dabei zu helfen, dieses Problem in den Griff zu bekommen, und Konsumenten zu helfen, die richtige Kaufentscheidung zu treffen, sollten Hersteller dazu angehalten werden, vor dem Kauf Informationen zur Lebensdauer eines Produkts anzugeben, damit Konsumenten sowohl informiertere als auch nachhaltigere Entscheidungen treffen können."