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USK-Jahresstatistik: Meiste 18er-Titel der vergangenen 17 Jahre

Neben einem leichten Rückgang bei den Prüfungen, dem fortwährenden Vormarsch des Online- und und Mobile-Segments sowie dem Beitritt von Sonys PlayStation Store zum IARC hat 2020 auch so viele Spiele ab 18 gesehen wie kein anderes Jahr in der jüngeren Vergangenheit.

27.01.2021 11:53 • von Valentin Masszi
- (Bild: USK)

Die USK blickt auf das vergangene Jahr zurück, in dem es einige Neuerungen in Sachen Alterseinstufung gab. So wurden 13,6 Prozent aller klassisch geprüften Titel mit "keiner Jugendfreigabe" versehen. Damit übersteigt der Wert das erste Mal seit 2004, das Jahr mit dem die Statistik beginnt, die 10-Prozent-Marke. Lediglich 2019 und 2013 stieß die Anzahl entsprechender Spiele überhaupt in den 9-Prozent-Bereich vor. Keine Kennzeichnung gab es lediglich für 0,3 Prozent der 1453 gesichteten Spiele, was den seit 2013 bestehenden niedrigen Trend von 0,5 Prozent oder weniger fortsetzt. Die Alterstufen 0, 6 und 12 erhalten zu in etwa gleichen Teilen 69,3 Prozent des Katalogs von 2020. 16er-Titel kamen hingegen auf 16,7 Prozent.

Dass es insgesamt einen Rückgang von rund 200 geprüften Spielen im Vergleich zu den 1673 des Vorjahres im klassischen Bereich gab, schreibt die USK vor allem der Pandemie und der Digitalversion der gamescom zu. Zeitgleich hätte aber die neue Konsolengeneration mit einem Anstieg entgegengewirkt.

Den starken Vormarsch von Online- und Mobile-Spielen bekommt auch die USK zu spüren. Über 3 Milliarden aktive Geräte lassen sich inzwischen verzeichnen. Dafür ist im vergangenen Jahr Sonys PlayStation Store der International Age Rating Coalition beigetreten, was dazu führte, dass die USK-Label nun auch im Online-Store von PlayStation-Konsolen angezeigt werden. Google, Ninendo, Microsoft, Oculus und EA waren mit ihren Stores bereits zuvor in der IARC.

Im Lichte der Diskussionen um Glücksspiel und Lootboxen wurden 2020 auch entsprechende Hinweise ins Repertoire der IARC-Beschreibungen aufgenommen. Zudem werden Nutzer jetzt auch über In-App-Käufe, Standortweitergabe sowie die Möglichkeit zur Interaktion mit anderen Spielern der Anwendung in Kenntnis gesetzt.

Elisabeth Secker, die Geschäftsführerin der USK, kommentiert 2020 wie folgt: "Die COVID-19-Krise zeigt, dass Games ein wichtiger Bestandteil des Zusammenhalts und Teamplays in Zeiten von 'Social Distancing' sein können. Gleichzeitig müssen Risiken für Kinder und Jugendliche bei der Nutzung von Spielen eingedämmt werden, um eine sichere Teilhabe für alle Altersgruppen zu ermöglichen. Die Alterskennzeichen der USK erfüllen im Gaming-Bereich über alle Plattformen und Vertriebswege hinweg weiterhin eine wichtige Orientierungsfunktion für Eltern und Schutzfunktion für Kinder und Jugendliche. Umso mehr freut es mich, dass wir mit Plattformen wie dem Sony PlayStation Store einen neuen Player am Markt für das IARC-System gewinnen konnten. Darüber hinaus werden Zusatzinformationen zu Spielen wie die Möglichkeit von Chats, In-App-Käufen, Standortweitergabe usw. für Eltern immer wichtiger, um kompetent entscheiden zu können, welche Spiele mit welchen Funktionen für ihre Kinder geeignet sind. Das IARC-System bietet hier gute Ansätze, um auf potentielle Risiken in der Nutzungsumgebung aufmerksam zu werden und entsprechende technische Voreinstellungen auf Geräten und Plattformen zu treffen. Ziel muss es sein, diesen bereits erfolgreich erprobten Ansatz zu mehr Transparenz bei Games auszubauen und Eltern in ihrer Kompetenz durch entsprechende Schutzangebote der Anbieter zu stärken."