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Electronic Arts kauft Codemasters, Take-Two geht leer aus

Electronic Arts wird voraussichtlich im Lauf des ersten Quartals 2021 den britischen Entwickler und Publisher Codemasters übernehmen. Der ausgehandelte Deal geht von einem Wert von Codemasters von 1,2 Mrd. US-Dollar aus. Take-Two, die selbst für Codemasters boten, geht leer aus. Und Koch Media verliert durch die Übernahme einen engen Partner als Kunden.

14.12.2020 12:59 • von Stephan Steininger
Codemasters ist Lizenzinhaber der "Formel 1"-Videospiele (Bild: Screenshot)

Konsolidierung im Rennspielbereich. Codemasters und Electronic Arts haben sich auf eine Übernahme des britischen Entwicklers und Publishers durch den US-Major verständigt. Das Abkommen mit dem Verwaltungsrat des Unternehmens sieht einen Kaufpreis von 604 Pence pro Aktie vor. Anhand aktueller Wechselkurse ergibt sich folglich ein Firmenwert von 1,2 Mrd. Dollar. Erst Anfang November wurde bekannt, dass Take-Two Codemasters übernehmen will. Take-Two hatte 485 Pence pro Aktie geboten.

Laut Pressemitteilung werden sowohl Codemasters-CEO Frank Sagnier als auch Finanzchef Rashid Varachia nach der Übernahme an Bord bleiben. Schlechte Nachrichten gibt es hingegen für Koch Media. Das Deutsche Unternehmen agiert derzeit als Publishingpartner von Codemasters und zeichnet entsprechend für die globale Vermarktung der Codemasters-Titel verantwortlich. Da man in den USA aber laut Mitteilung davon ausgeht, dass Codemasters nicht nur von den Entwicklungskapazitäten EAs profitieren wird, sondern auch von dessen Publishing- und Marketing-Power ist eine Verlängerung der Zusammenarbeit zwischen Koch Media und Codemasters unwahrscheinlich.

Durch die Übernahme entsteht das wohl stärkste Rennspielportfolio weltweit. Während EA Marken wie Need For Speed, Real Racing und EA Sports einbringt steuert Codemasters die Rechte an den Formel-1-Spielen sowie an DiRT, Grid und Project Cars bei.

"Electronic Arts und Codemasters haben das gemeinsame Ziel führend im Genre der Rennspiele zu sein. Das Board von Codemasters glaubt fest daran, dass die Firma profitieren wird von EA's Wissen, Ressourcen und Fähigkeit global zu skalieren - sowohl ganz allgemein, als auch speziell im Sektor Rennspiele", so Dr. Gerhard Florin, Vorsitzender des Codemasters-Board. Dass EA diese Power hat, weiß der Deutsche Florin aus erster Hand. Dr. Florin war bis März 2010 selbst Manager bei EA. Als ehemaliger EA-Deutschland-Chef hatte er bei EA auch international Karriere gemacht und viele Jahre das internationale Geschäft verantwortete.