Personalien

Netflix mit weiterer Klage wegen Abwerbeverhalten konfrontiert

Activision Blizzard hat eine Klage gegen Netflix eingereicht. Anlass ist die Art und Weise, wie CFO Spencer Neumann von einem Unternehmen zum anderen wechselte.

07.12.2020 14:38 • von Jörg Rumbucher
Spencer Neumann, CFO Netflix (Bild: Netflix)

Seit Anfang 2019 ist Spencer Neumann als Nachfolger des langjährigen Finanzvorstands David Wells bei Netflix tätig. Zuvor war Neumann 18 Monate bei Spielegigant Activision Blizzard beschäftigt, wo er freigestellt worden war, bevor der Jobwechsel überhaupt publik wurde. Jetzt hat die Personalie ein Nachspiel: Activision hat beim Superior Court im Bezirk Los Angeles eine Klage gegen Netflix eingereicht. Activision behauptet demnach, dass Netflix Neumann veranlasst habe, seinen Arbeitsvertrag zu brechen. So klagt Activision wegen vorsätzlicher Einmischung in den Arbeitsvertrag, unlauteren Wettbewerb und Beihilfe zur Verletzung der Treuepflicht. Gefordert wird Schadensersatz und eine dauerhafte Unterlassungsverfügung, die es Netflix verbietet, befristet unter Vertrag stehende Mitarbeiter abzuwerben.

Laut Activision hätte Spencers Arbeitsvertrag bis 30. April 2020 gegolten. Davon hätte Netflix Kenntnis gehabt und zusätzlich Spencer angeboten, die Anwaltskosten zu übernehmen für den Fall, dass er selbst verklagt würde. Zudem behauptet Acitivion, dass Netflix-Chef Reed Hastings selbst in den Vorgang involviert gewesen sei.

Nach Fox und Viacom ist Activision das dritte große Unternehmen, das behauptet, Netflix werbe mit unlauteren Methoden Mitarbeiter ab. Zur Netflix-Firmenstrategie zählt, eine möglichst hohe "Talentdichte" für das Unternehmen zu erzielen. Daher zahlt der Streamer vielen Mitarbeitern Gehälter am oberen Ende ihres Marktwerts.