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BMVI fördert Videospiel zur Parkinson-Therapie

Die memorePark-Spielekonsole von RetroBrain R&D wird vom BMVI mit 144.000 Euro gefördert. In den Segeberger Kliniken wurde die Technologie bereits erfolgreich getestet.

04.09.2020 11:27 • von

RetroBrain R&D, die Entwickler des Serious Games "RetroBrain", das zur Therapie von Alzheimer und Demenz eingesetzt wird, bekommen nun einen Zuschuss vom BMVI für ihr jüngstes Projekt. 144.000 Euro bekam das Digital-Health-Unternehmen vom BMVI. Im Rahmen des geförderten Projekts "memorePark", das die Parkinson-Behandlung unterstützen soll, werden nun zwei Prototypen entwickelt.

"Wir beschäftigen uns seit Jahren mit dem Potenzial von bewegungsgesteuerten Videospielen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson", so Adalbert Pakura, Geschäftsführer von RetroBrain. "Wir freuen uns sehr über die Förderung, denn sie wird es uns erlauben, weitere Produkte für die ambulante Versorgung zur Marktreife zu bringen. Zusätzlich ist sie für uns auch ein starkes Zeichen. Der Nutzen von digitalen Angeboten im Gesundheitswesen wird zunehmend in weiten Teilen der Bevölkerung erkannt - gleichzeitig bringen Gesetzgebungsinitiativen wie das DVG zukünftig immer mehr hilfreiche digitale Gesundheitsangebote zu PatientInnen. Hier ein Angebot für die Parkinson-Therapie zu schaffen und möglichst vielen Menschen zur Verfügung zu stellen, ist uns eine Herzensangelegenheit."

Gemeinsam mit den Segeberger Kliniken führte"memorePark" bereits eine Probephase für ihr Produkt durch. Die "memorePark"-Spielkonsole soll mit verschiedenen Modulen die Mobilität von Parkinson-PatientInnen fördern und deren Lebensqualität verbessern.

"Parkinson-PatientInnen leiden im Verlauf ihrer Erkrankung zunehmend an körperlicher Bewegungseinschränkung", erklärt Prof. Dr. Björn Hauptmann, Chefarzt für Parkinson und Bewegungsstörungen der Segeberger Kliniken. "Mit speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Videospielen sollen die PatientInnen Beweglichkeit und geistige Fähigkeiten trainieren. Mit 'memorePark' haben wir therapeutisch die Möglichkeit, Bewegungen gezielt zu erfassen und zu korrigieren sowie die PatientInnen zu mehr Bewegung auch außerhalb der Therapiesitzungen zu motivieren. Darüber hinaus erzeugt der Prozess ein gemeinschaftliches Erlebnis mit viel Spaß für die TeilnehmerInnen."

Die Spielekonsole analysiert die Beweglichkeit der Spielenden, leitet darauf basierend individuell Übungen an und motiviert, sie korrekt auszuüben.

Gerade ist man außerdem daran, Konzepte auszuarbeiten, wie "memorePark" in die Regelerstattung der gesetzlichenKrankenkassen aufgenommen werden kann.

RetroBrain R&D ist keinesfalls ein Newcomer in der Gamingsphäre. 2015 entwickelte das Unternehmen bereits die Konsole memoreBox mit einem interdisziplinären Team aus WissenschaftlerInnen, pflegerischer Praxis und EntwicklerInnen. Das Medizinprodukt seitdem als Maßstab in der Branche präventiver und therapeutischer Videospiele. Die memoreBox wird deutschlandweit in rund 190 (teil-) stationären Pflegeheimen eingesetzt.