Unternehmen

Apple und Google werfen "Fortnite" aus dem App-Store

Es gibt mal wieder Streit um die Abgabe, die Apple und Google bei In-App-Käufen einbehalten. Epic Games legt sich mit den beiden Tech-Riesen an und verklagt beide Unternehmen nach dem "Fortnite"-Rausschmiss.

14.08.2020 10:31 • von

Das wollen Apple und Google nicht auf sich sitzen lassen. Nach einer Provokation von Epic Games - der Spieleentwickler hatte gestern Abend in den Mobilversionen von "Fortnite" für Android und iOS eine Zahlungsmethode eingeführt, die die obligatorische 30-Prozent-Provision für In-Game-Transaktionen umgeht - entfernen die beiden Tech-Giganten die App aus dem Store.

Die Bezahlmethode wurde von Apple nicht genehmigt worden, weil sich Epic Games für den "unglücklichen Schritt" entschieden hatte, die Richtlinien des App Stores zu verletzten, so Apple in einem Statement. Epic Games Klage folgte auf dem Fuße. Der Spielehersteller wirft Apple in einer 65-seitigen Klageschrift "monopolistische Praktiken" vor.

Es dauert nicht lange, da entfernt auch Google die App "Fortnite" aus seinem Store. Auch sie werden daraufhin von Epic Game verklagt. Mobilegeräte seien ein wichtiger Bestandteil des Alltags, so Epic Games in seiner Klage. "Unfaire Einschränkungen" solcher unerlässlichen Geräte, würden nur auf dem Rücken der Konsumenten ausgetragen werden, so der Entwickler weiter.

Epic Games hatte sich auf den Konflikt wohl vorbereitet. Neben der über 60-seitigen Klage, veröffentlichte die Firma auch ein aufwendig produziertes Video, dass den berühmten Apple-Werbeclip von 1984 parodiert, mit dem Apple seinen ersten Macintosh ankündigte.

Google teilte mit, dass der Shooter "Fortnite" weiterhin für Android verfügbar sei, man es aber nicht weiter im Store anbieten würde, da Epic Games mit seiner Handlung gegen die Richtlinien verstoße.

Schadensersatz fordert Epic Games nicht, den Streit soll ein kalifornisches Gericht schlichten. Streit um die Abgabe, die Apple und Google bei In-App-Käufen für sich behalten, gab es schon länger. In den vergangenen Jahren hatte Epic "Fortnite" auf Android-Geräten bereits zeitweise am Play Store vorbei vertrieben.

Epic-Games-Geschäftsführer Tim Sweetney hatte schon früher seine Ablehnung gegen diese Art von Geldabgabe geäußert: ""Die 30-prozentige Store-Steuer ist ein hoher Kostenfaktor in einer Welt, in der Spieleentwickler mit 70 Prozent alle Kosten für die Entwicklung, den Betrieb und die Unterstützung ihrer Spiele decken müssen"; so Sweetney in einem Interview mit The Verge.

"Fortnite" gehört zu den meistgespielen Videospielen der Welt. Nach Angaben des Entwicklers spielen mehr als 350 Millionen Menschen das Spiel.