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USK nimmt "Glücksspiel" als Kriterium auf

Bei der Alterseinstufung berücksichtig die USK in Zukunft auch Glücksspielelemente bei Videospielen. Nicht-Inhaltsbezogene Komponenten, wie Lootboxen, werden dabei allerdings nicht betrachtet.

13.08.2020 12:07 • von

Glücksspiel-Elemente in Games sind schon länger ein Streitthema in der Branche. Angespornt durch die öffentliche Debatte um die App "Coin Master" und als Reaktion auf eine "sich ändernde Medienlandschaft" erweitert die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) nun ihre Leitkriterien. Bei der Alterseinstufung wird nun auch der Aspekt "Glücksspiel" betrachtet. Relevant wird dieses neue Kriterium vor allem im Online-Bereich bei sogenannten Casino- und casino-ähnlichen Apps.

"Glücksspiel und Games sind getrennte Bereiche und werden deshalb auch jugendschutzrechtlich unterschiedlich behandelt", so Lorenzo von Petersdorff, stellvertretender Geschäftsführer der USK. "Gerade bei den sogenannten Casino-Apps zeigt sich jedoch, dass glücksspielähnliche Spielmechaniken Einzug in den Medienalltag von Kindern und Jugendlichen finden können. Hier geht es vor allem darum, Kinder vor Inhalten zu schützen, bei denen Glücksspielmechaniken klar im Fokus stehen. Es ist ein wichtiges Signal, dass der Beirat der USK die Erweiterung der Leitkriterien beschlossen hat und damit die Prüfpraxis der USK noch praxisnäher gestaltet. Dieser stetige Abgleich mit der Medienrealität von Kindern und Jugendlichen ist enorm wichtig."

Anders als bei klassischen Glücksspielen gibt es bei Angeboten ? in diesem Fall Videospielen ? mit glücksspielähnlichen Mechanismen kein Teilnahmeverbot für Minderjährige. Der Unterschied, laut USK, sei hier, dass bei letzteren "kein Geld von den Nutzerinnen und Nutzern eingesetzt werden muss oder aber keine geldwerten Gewinne möglich sind, da der Umtausch in echtes Geld regelmäßig nicht durch das Angebot selbst vorgesehen ist."

Wie geht man nun also bei der Einstufung vor?

Die USK berücksichtigt hier vor allem Spielelemente, die "geeignet sind, die Einstellung zur Teilnahme an Glücksspielen und damit die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen zu beeinträchtigen oder zu gefährden." Das bedeutet, dass Spiele darauf geprüft werden, ob sie eine potentielle Gewöhnung an oder eine Verharmlosung von Glücksspielen mit sich führen.

Interessant an dieser Stelle: Diese Einschätzung bezieht sich hauptsächlich auf den Spielinhalt, also (Rahmen-) Handlung und Thematik. Nicht-inhaltsbezogene Komponenten, zu denen neben Werbung auch die viel diskutierten "Lootboxen" gehören, werden von der USK-Einstufung ausgeschlossen. "Aus rechtlichen Gründen" seien diese kein Kriterium für die Alterseinstufung.