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HTWK Leipzig Gutachten: Sachsen braucht Spieleförderung

Im Auftrag des Landes Sachsen führte die HTWK Leipzig eine Umfrage zur örtlichen Spielebranche durch. Das Gutachten zeigt die Potenziale und Defizite der lokalen Industrie und könnte einen Schritt in Richtung Förderung bedeuten.

02.07.2020 15:31 • von
Charakteristika von Beschäftigen in der sächsischen Games-Branche (Bild: HTWK Leipzig )

Wie genau sieht Sachsens Gamesbranche aus? Mit dieser Frage setzt sich ein neues, vom Leipziger Wirtschaftsdezernates in Auftrag gegebenes Gutachten auseinander. Konzipiert wurde die Umfrage von Gabriele Hooffacker von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) und dem Kommunikationswissenschaftler Dr. Benjamin Bigl. Über 100 Personen wurden befragt.

Laut den Ergebnissen setzt sich die sächsische Gamesbranche hauptsächlich aus Kleinst- und Kleinunternehmen zusammen. Der Hotspot der örtlichen Branche ist Leipzig. Das liegt nicht zuletzt an den Vernetzungsmöglichkeiten, die durch Events wie die Langen Nacht der Computerspiele der HTWK Leipzig und die DreamHack gegeben sind.

Die Mitarbeiter sind überdurchschnittlich gut ausgebildet: Drei Viertel verfügen zumindest über ein Hochschulabschluss. Das Gehalt entspricht indessen nicht diesem Bildungsstandard. Ein Fünftel lebt unterhalb des Existenzminimums. Die Hälfte der Befragten findet es außerdem schwer, sich in der Region ihr Einkommen zu sichern.

"Nur jedes vierte befragte Unternehmen beurteilt den Freistaat derzeit als wirtschaftlich attraktiv", so Bigl zu den Umfrageergebnissen.

Kritisiert werden vor allem die technisch-digitale Infrastruktur, die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal sowie die Informations- und Förderangeboten von Stadt und Land. Wenn es um Lebensqualität, Freizeitmöglichkeiten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Möglichkeiten der kreativen Entfaltung geht, schneidet Sachsen überwiegend positiv ab.

"Um die sächsische Games-Branche mit Schwerpunkt in Leipzig in ihrem Wachstum voranzubringen und nachhaltig zu fördern, sind gezielte Maßnahmen notwendig", so Gabriele Hooffacker.

Auch Uwe Albrecht, Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit und Digitales der Stadt Leipzig, möchte die sächsische Games-Branche auf dem Weg von einer Nischenbranche hin zu einem wirtschaftlich relevanten Cluster unterstützen. "Dazu wollen wir die Verbindung zwischen Politik, Verwaltung, Unternehmen und Hochschulen stärken. Die gut ausgebildeten Hochschulabsolventen wollen und sollen in der Region bleiben. Dies erfordert attraktive Angebote. Notwendige Strukturentwicklungen können auf kommunaler Ebene initiiert, müssen aber auf Landesebene finanziert werden. Die vorliegende Studie bietet hierfür gute Argumente."

Friedrich Lüder, Vorstand des Games und XR Mitteldeutschland e. V. pflichtet bei: "Leipzig hat mit der Studie einen wichtigen Impuls gesetzt und zeigt, dass die sächsische Gamewirtschaft noch viel Wachstumsraum für kreative und innovative Unternehmen bietet. Sie ist eine Zukunftsbranche, auf die wir nicht verzichten können. Der Freistaat muss die geplanten Fördergelder für die Gaming-Branche bereitstellen."