Games

game und ESBD kritisieren DOSB-Positionierung

Von Seiten der Verbände game und ESBD wurde die Positionierung des DOSB gegen den eSport erwartungsgemäß kritisiert. Die einhellige Meinung beider Verbände: Der DOSB hat den eSport nicht verstanden.

29.10.2018 16:47 • von
Hans Jagnow von ESBD und Felix Falk vom game sind sich einig: Der DOSB hat den eSport nicht verstanden (Bild: ESBD/game)

Die beiden Verbände game - Verband der deutschen Games-Branche und der eSport Bund Deutschland (ESBD) haben sich erwartungsgemäß kritisch zur Positionierung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) zum eSport geäußert. Der DOSB hatte sich zuvor überraschend klar gegen den eSport positioniert.

"Monatelang hat sich der DOSB über eSport ausgetauscht und informiert, aber die Positionierung zeigt, dass es weiterhin kaum Verständnis über die eSport-Bewegung gibt. Die wenigen geplanten Maßnahmen binden den organisierten eSport nicht auf Augenhöhe ein. Damit stellt man sich an der DOSB-Spitze deutlich gegen die junge eSport-Bewegung", sagt ESBD-Präsident Hans Jagnow.

Auch Felix Falk, Geschäftsführer des game, kommentiert ähnlich: "Der DOSB hat eSports leider nicht verstanden, wie nicht zuletzt die konstruierte Unterscheidung zwischen 'virtuellen Sportsimulationen' und 'eGaming' zeigt. Während Sportorganisationen anderer Länder schon viel weiter sind, vergibt der DOSB damit eine große Chance für den klassischen Sport in Deutschland. Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass sich klassischer und digitaler Sport sehr gut ergänzen und sehen große Potenziale gerade für die Jugendarbeit lokaler Sportvereine. Die Bundesregierung sollte die im Koalitionsvertrag vereinbarte Anerkennung der Gemeinnützigkeit von eSports für die Entwicklung des Breitensports zeitnah umsetzen. Eine Zustimmung des DOSB ist dafür nicht notwendig."

Gerade im Hinblick auf die im Koaltionsvertrag vereinbarte Gemeinnützigkeit kritisiert auch der ESB den DOSB offensiv: "Diesen Versuch der politischen Einflussnahme des DOSB über den sportlichen Bereich hinaus halten wir für absolut unangemessen. Das ist respektlos gegenüber den vielen Menschen, die im eSport jeden Tag ehrenamtlich gesellschaftliche Arbeit leisten", so Jagnow. "Die DOSB-Führung hat heute eine Chance verpasst, sich zusammen mit dem eSport als digitale Sportbewegung offen aufzustellen und eine klare Linie zu finden. Stattdessen verliert er das Vertrauen einer jungen Generation in den organisierten Sport.