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BPjM nimmt "Doom" vom Index

Nach Informationen von GamesMarkt hat die BPjM in ihrer letzten Sitzung die Listenstreichung von "Doom" und "Doom II" beschlossen. Damit ist eine Spielereihe vom Makel der Indizierung befreit, die das Genre der First-Person-Shooter maßgeblich geprägt haben.

01.01.1970 01:00 • von

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat nach bislang unbestätigten Informationen von GamesMarkt sowohl "Doom", als auch "Doom II" vom Index gestrichen. Damit wär eine der bekanntesten First-Person-Shooter-Marken vom Makel der Indizierung befreit. Auch wenn die BPjM erst Morgen offiziell über neue Indizierungen und Listenstreichungen informiert, hat GamesMarkt aus gut informierten Quellen erfahren, dass die Listenstreichung auf Bestreben von ZeniMax Media erfolgte. ZeniMax ist inzwischen Eigentümerin von "Doom"-Entwickler und Kult-FPS-Produzent id Software. Auf Anfrage von GamesMarkt wollte sich die deutsche Niederlassung von ZeniMax jedoch nicht zum Sachverhalt äußern.

"Doom" und "Doom II" wurden 1994 indiziert. Der weltweit kommerziell äußerst erfolgreichen "Doom"-Reihe wird eine Vorreiterrolle für das nach wie vor beliebte Genre der First-Person-Shooter zugeschrieben. Die jetzige Listenstreichung verwundert nicht, hat sich die Grafik doch gerade in diesem Segment in den bald zwei Jahrzehnten seit Erscheinen von "Doom" massiv weiterentwickelt. Trotzdem ist eine solche Listenstreichung keine Selbstverständlichkeit. Sie kann laut Jugendschutzgesetz frühestens nach zehn Jahren auf Antrag erfolgen. Zudem verliert eine Listenaufnahme nach 25 Jahren automatisch ihre Wirksamkeit. Welches Interesse ZeniMax bzw. id Software an einer Listenstreichung haben könnten, ist unklar: Schließlich ist eine Vermarktung der "Oldies" wirtschaftlich allenfalls als Mobile- oder Online-Version interessant. Die Streichung hat also vor allem symbolischen Charakter.