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Facebook-Credits Pflicht ab 1. Juli

Facebook hält die Hand auf. Ab Juli ist die hauseigene Währung Facebook-Credits Pflicht für alle Games-Anbieter. Dies könnte die Einnahmen aus virtueller Währung um 43 Prozent steigern. Das Geld kommt von den Entwicklern.

25.01.2011 14:59 • von Frederik Hammes

Facebook macht Ernst mit der virtuellen Währung Facebook-Credits. Ab 1. Juli sind alle Games-Anbieter verpflichtet, die Credits als Zahlungsalternative für ihr Spiel anzubieten. Bislang war die schon 2009 vorgestellte Zahlungsart ein freiwilliger Weg. Für Facebook ist dies ein Schritt, der einige Entwickler verärgern, dem Unternehmen aber auch sehr viel Geld einbringen dürfte. 30 Prozent aller Facebook-Credits-Einnahmen bleiben beim Seitenbetreiber. Dieser Prozentsatz ist sicher nicht zufällig so gewählt worden, auch Apple behält 30 Prozent der App-Store Einnahmen für sich. Einziger Unterschied ist, dass dies schon vom Start des App-Stores an so war. Facebook verbietet Entwicklern fortan zwar nicht, parallel auch eigene Zahlungsmittel zu verwenden, lockt aber mit zahlreichen Extras zur Exklusivität von Facebook-Credits. So soll der alleinige Einsatz der Währung mit früherem Zugang zu neuen Produkt-Features belohnt werden, ebenso wie mit besseren Promotion-Möglichkeiten für das jeweilige Spiel. Außerdem mindere ein einheitliches Zahlungsmittel Berührungsängste und Sicherheitsbedenken bei Usern und ermögliche universell vertreibbare Credit-Geschenkkarten, so Deb Liu, Marketing-Managerin Facebook, auf dem Firmenblog.

Bislang haben sich rund 150 Entwickler mit 350 Spielen dazu verpflichtet, die Währung zu verwenden. Darunter sind auch Zynga, die bis auf "Zynga Poker" die Credits bei jedem Spiel anbieten, sowie Electronic Arts und CrowdStar. 22 der Top 25 Spiele auf Facebook verwenden die Währung exklusiv oder alternativ zu einer eigenen Lösung. Insgesamt werden via Facebook-Credits laut Liu 70 Prozent aller Transaktionen auf der Plattform getätigt. Würden auch die verbleibenden 30 Prozent ab Juli via Facebook-Credits abgewickelt, würden die Einnahmen aus virtueller Währung von Facebook um fast 43 Prozent steigen.

Facebook hat eine spezielle Info-Seite freigeschaltet, auf der Entwicklern die Vorzüge der Währung, sowie die technischen Voraussetzungen zum Wechsel näher gebracht werden sollen.