Handel

Britischer Fachhandel zum Halbjahr knapp im Minus

Der UK-Fachhandel verbuchte in den ersten sechs Monaten nach Umsätzen und Absätzen ein prozentual einstelliges Minus. Während sich Filmverkäufe nach Angaben des ERA-Handelsverbands halbwegs stabil hielten und das Musikgeschäft sogar leicht zulegen konnte, gab der Games-Handel deutlich nach.

15.07.2010 14:34 • von Knut Schlinger
Musik und Video knapp im Plus, Games deutlich im Minus: Die Umsatzbilanz des britischen Fachhandels im ersten Halbjahr 2010 (Bild: ERA-Screenshot)

Der britische Entertainment-Fachhandel verbuchte in den ersten sechs Monaten nach Umsätzen und Absätzen nach Angaben des ERA-Handelsverbands ein prozentual einstelliges Minus: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl der abgesetzten CDs, DVDs und Games von 188,8 Millionen Exemplaren um 2,2 Prozent auf nunmehr 184,3 Millionen zurück, die Umsätze sanken von 1,945 Milliarden Pfund um drei Prozent auf 1,886 Milliarden Pfund oder umgerechnet rund 2,259 Milliarden Euro.

Das Musikgeschäft legte nach verkauften Einheiten im Vorjahresvergleich um 1,7 Prozent auf 64,3 Millionen zu und rangierte nach Umsätzen von 522,4 Millionen Pfund um minimale 0,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Im Videomarkt sank die Absatzzahl derweil um 1,4 Prozent auf 98 Millionen Exemplare, weiter anziehende Blu-ray-Verkäufe sorgten allerdings bei Umsätzen von 852,5 Millionen Pfund für ein knappes Plus von 0,6 Prozent. Der Games-Handel gab hingegen deutlich nach: 23,8 Millionen verkaufte Spiele brachten ein Absatzminus von 12,5 Prozent zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2009, mit 532,6 Millionen Pfund brachen die Umsätze um gut zehn Prozent ein.

Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage bezeichnet ERA-Geschäftsführerin Kim Bayley diese Zwischenbilanz als ein Ergebnis, das aller Ehren wert sei und auf der harten Arbeit und dem Engagement der Händler beruhe, die weiterhin um jeden Penny kämpfen müssten. Die ERA-Mitglieder repräsentieren nach Verbandsangaben rund 90 Prozent des britischen Entertainmentgeschäfts mit Musik, Videos und Games.

Dass Innovation auch weiterhin ein wichtiger Umsatztreiber sei, machte Bayley unter anderem an den Blu-ray-Erfolgen fest: Die Absatzzahlen mit hochauflösenden Filmen lagen demnach im ersten Halbjahr 2010 um mehr als 81 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Aber auch im Musikgeschäft gehe der Umbruch weiter: Hier lagen die Verkäufe von CD-Alben um gut neun Prozent im Minus, digitale Albumdownloads legten hingegen um 34 Prozent zu.

Bei den Topsellern hat im Videomarkt mit mehr als 2,294 Millionen Einheiten die Nase vor (1,403 Millionen) und (811.359). Im Musikgeschäft liegt Lady GaGa mit The Fame" (719.517) vor Alicia Keys mit The Element Of Freedom" (595.039) und Florence & The Machine mit Lungs" (587.412). Bei den Games gibt Just Dance" mit 940.358 verkauften Einheiten den Takt vor, gefolgt von Red Dead Redemption" (819.161) und Battlefield: Bad Company 2" (590.580).

Für seine Zwischenbilanz greift der ERA-Verband im Bereich Musik und Video auf Zahlen der Charts-Ermittler der OCC zurück und bei den Games auf Chart-Track-Erhebungen.