Games

Browsergames als Königsdisziplin

Mit dem Panel "Browsergames - Ein Exportschlager aus Deutschland" hat das Medienforum NRW eines der Wachstumssegmente der Spielebranche besetzt und dank hochkarätiger Teilnehmer erfolgreich vermittelt.

30.06.2010 14:57 • von

Deutschland ist ein Schwergewicht im Bereich der Browsergames. Firmen wie Bigpoint oder Gameforge zählen zu den Pionieren in diesem jungen Wachstumsmarkt und zugleich zu den internationalen Majors. Auch deshalb hat das Instinkt bewiesen als es für die 22. Ausgabe ein hochkarätig besetztes Podium mit dem Thema "Browsergames - Ein Exportschlager aus Deutschland" organisierte.

Obwohl das Panel mit insgesamt acht Teilnehmern durchaus üppig besetzt war, war es keineswegs überbesetzt. Im Verlauf der Diskussion wurde sehr deutlich, wie umfang- und facettenreich der Teilmarkt der Browsergames ist. Oder wie es Ibrahim Evsan, Gründer UP Web Game sagte: "Browsergames sind die Königsdisziplin". Evsan spielt damit auf die Vielzahl von Faktoren an, die bei einem erfolgreichen Geschäft bedacht werden müssen. Angefangen beim Gameplay über Musik, die Berücksichtigung regionaler Feinheiten bei der globalen Vermarktungen, die Themen Payment, Technologie, Endgeräte usw.

All das war natürlich nicht absehbar, als vor wenigen Jahren Unternehmer wie Klaas Kersting, Gründer von Gameforge und ebenfalls auf dem Panel, die ersten Browsergames quasi aus einer Wette und Bierlaune heraus entwickelten. Und doch waren sich die Teilnehmer auf dem Panel einig: der Weg ist noch lange nicht zu Ende. "Aus dem Bauchgefühl heraus würde ich sagen, dass die Browsergamesbranche von ihrer Entwicklung in etwa da ist, wo die klassische Gamesbranche vor 18 Jahren war, also kurz vor der ersten PlayStation", so Marc Wardenga, Director Games von SevenOne Intermedia.

In Zukunft wichtig werden vor allem Themen wie 3D oder Plattformunabhängigkeit, auch darin waren sich alle einig. Gerade die großen Player wie Gameforge oder Bigpoint, von Vorstandsmitglied Lothar Eckstein auf dem Panel vertreten, beschäftigen sich parallel zur Internationalisierung des Geschäfts mit der Regionalisierung der Inhalte. Auch deshalb war für Bigpoint der Schritt in die USA so wichtig. Nur so könne man tief in die Kultur der Märkte eindringen, sagte Eckstein. Dass dabei durchaus erstaunliche Ergebnisse zutage gefördert werden, konnte Eckstein anhand der Erkenntnis bei einem Space-Games berichten. "Wir haben festgestellt, dass die amerikanischen Gamer viel lieber Items zur Verteidigung kaufen statt offensive Items, ganz anders als man es erwarten könnte", so Eckstein.

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Sehr genau beobachtet wird auch der derzeitige Boom im Bereich der Social-Games in den USA. Doch auch wenn die Experten uneins waren, ob und inwieweit sich dieser Boom auf das Browsergames-Geschäft auswirkt, so herrscht dennoch Einigkeit, dass durch diese Entwicklung in den USA das Bewusstsein für Onlinegames gestärkt wird und dies vielleicht auch den deutschen Anbietern Chancen ermöglicht. Andererseits sollten sich deutsche Firmen bewusst sein, dass es sowohl im Westen als auch im Osten eigenständige, lukrative Onlinespielemärkte gibt, mit ebenfalls fest etablierten Playern.

Gerade das Stichwort Konkurrenz war für Bernhard Stampfer von der Deutschen Bank eines von vielen interessanten Themen. Er ist überzeugt, dass das fressen und gefressen werden weitergehen wird. Stampfer sagte auf dem Panel zudem, dass mit dem Seitenblick in der Betrachtungsweise eines Bankers auch ein interessanter Perspektivwechsel vollzogen wird. Denn den Banken geht es nur zu einem Teil um die Aufbaufinanzierung einer Firma. Payment, Akquisitionsmanagment oder auch IPOs sind nur einige der weiteren Themen.