Games

Screen Digest: Disney, Warner und Viacom drängen ins Gamesbusiness

Über die vergangenen fünf Jahre investierten die größten Medienkonzern der Welt über drei Mrd. Dollar ins Gamesbusiness. Für Screen Digest ein untrügliches Zeichen, dass es Warner Bros., Disney, Viacom, News Corp. und NBC Universal ernst meinen mit dem Gamesgeschäft. Den großen Publishern erwachsen neue Konkurrenten, die schon in wenigen Jahren ganz vorne mitmischen könnten.

12.02.2010 12:18 • von Tim Pototzki
Disney, Warner Bros., Viacom, News Corp. und NBC Universal haben über die vergangenen fünf Jahre mehr als drei Mrd. Dollar ins Gamesbusiness investiert. Die Mediengiganten wollen mitspielen, verfolgen dabei aber ganz unterschiedliche Strategien. Screen Digest hat die Games-Ambitionen untersucht und nun die Studie "Big Media Investment in Games: The Competitive Challenge" veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass sich die führenden Games-Publisher auf neue Konkurrenten einstellen müssen. Inbesondere Disney, Warner und Viacom haben demnach gute Chancen, bis 2013 in die erste Liga der Gamesvermarkter aufzusteigen.

Disneys Games-Business beispielsweise ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Zwischen 2004 und 2008 stieg der Umsatz Screen Digest zufolge um 566 Prozent. Dass dabei kaum einmal Gewinne gemacht wurden, ist der langfristigen Strategie geschuldet. Disney kann dabei auch den riesigen Markenkatalog des Konzerns bauen und peu à peu Marktteile erobern. Nicht zuletzt durch den Kauf von Marvel Entertainment hat sich Disney auch Markenrechte gesichert, die im Core-Gamer-Markt für Erfolge sorgen könnten.

Am aktivsten mischt seit einigen Jahren Warner im Gamesmarkt mit. Zunächst über verschiedene Beteiligungen, dann auch mit einer eigenen Gamestochter drängt der Konzern seit Jahren vorwärts. 2009 könnte Warners Gamesumsatz bereits 500 Mio. Dollar erreicht haben. Damit pocht Warner Bros. Interactive Entertainment vehement auf Einlass in die globale Top Ten. Auch bei Warner verspricht der umfangreiche Fundus weltweit bekannter Marken weiter steigende Umsätze. Bis 2013 dürfte der Gamesumsatz eine Mrd. Dollar erreicht haben, prognostiziert Screen Digest.

Viacom wiederum hat in den vergangenen Jahren viel Geld in die Hand genommen, um das eigene Gamesbusiness aufzubauen. Laut Screen Digest wurde zwischen 2005 und 2006 für insgesamt 937 Mio. Dollar zugekauft. Mit wechselndem Erfolg. Vor nicht einmal zwölf Monaten lobte der Konzern "Rock Band" noch als Highlight und Umsatzbringer. Kaum ein Jahr später zeigte sich Viacom von den "Rock Band"-Umsätzen enttäuscht. Wie Disney verfolge Viacom aber eine langfristige Strategie, die über die Jahre mehr Marktanteile bringen soll.

Noch am Rande stehen News Corp. und NBC Universal. Der australische Medienkonzern von Rupert Murdoch investierte bislang zurückhaltend. Mit IGN.com und Jamba wurden zwei bekannte Marken einverleibt. Im Games-Publishing ist man bislang aber nicht aktiv. Für Screen Digest liegt daher nahe, dass News Corp. nachlegen muss, will man den Gamesmarkt nicht der Konkurrenz überlassen. NBC Universal lasse bislang keine Gamesstrategie erkennen. Der Konzern verdient an Lizenzen mit, traut sich aber mehr und mehr aus der Deckung.

Global betrachtet keine Rolle spielen europäische und deutsche Medienkonzerne. Screen Digest erkennt am ehesten noch das Engagement der Axel Springer AG und von Hubert Burda Media an. Springer kaufte im September 2008 Gamigo, Burda versucht sich mit der Tochter burda:ic im Online-Games-Markt.