Games

Parlamentarier nutzen Spieleabend

Begleitet von großem Medieninteresse fand der Parlamentarische Spieleabend im Bayerischen Landtag statt. Der Einladung von Eberhard Sinner, medienpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion, folgten Abgeordnete aller Fraktionen.

18.06.2009 15:15 • von Frederik Hammes

"Man sollte neue Medien nicht an den schlechtesten Beispielen die sie hervorbringen messen, sondern an den besten." Mit diplomatischen Worten leitete der medienpolitische Sprecher der CSU-Fraktion Eberhard Sinner den von ihm ins Leben gerufenen Parlamentarischen Spieleabend ein. Begleitet von großem Medieninteresse pries Sinner im Senatssaal des Bayerischen Parlaments die wirtschaftliche Entwicklung und kulturelle Relevanz von Games. Er hob besonders die Bedeutung des Medienstandorts als Gastgeber des ersten Deutschen Computerspielpreises hervor und bedankte sich bei den Kooperationspartnern Cluster audiovisuelle Medien, VideoSpielKultur e, Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware und G. Er erwähnte auch, dass im Haushalt der Staatskanzlei für das laufende Haushaltsjahr 470.000 Euro zur Förderung von Spielen veranschlagt seien.

Den theoretischen Teil des Abends eröffnete André Horn (IDG) mit einer selbst für Fachleute kurzweiligen Einführung in die virtuelle Materie. Anschließend erläuterte der ständige Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB) bei der USK Jürgen Hilse den Alterskennzeichnungsprozess. Er betonte besonders, dass die OLJB und nicht die USK selbst über die Kennzeichnungen für Spiele in Deutschland entscheidet. Darüber hinaus zog er einen Vergleich des deutschen Systems mit dem in Europa vorherrschenden PEGI-Systems. Dieses hat in vielen Fällen weniger streng beurteilt, obwohl die OLJB in Deutschland geschnittene Fassungen bewerteten. Prof. Dr. Elisabeth André von der Universität Augsburg stellte zum Abschluss der Einführung einige Projekte aus dem Themenbereich Serious Games vor.

Danach standen rund 60 Spielen ebenso vielen angemeldeten Politikern und Mitarbeitern aller Fraktionen zum Probespielen zur Verfügung. Dabei waren die Regierungsfraktionen erheblich stärker vertreten als die Opposition. Berührungsängste mit den Spielen gab es hingegen wenige. Vor allem unverfängliche Sporttitel mit Bewegungssteuerung wurden ausgiebig gestestet. Aber auch kontroverse Titel wie "Grand Theft Auto IV" waren fast durchgehend in Beschlag genommen. Gerade lokale Spielefirmen nutzen die Gelegenheit, um im Landtag Präsenz zu zeigen.

Zum Abschluss zeigte sich Sinner hochzufrieden mit der Veranstaltung. "Aus allen Fraktionen und Arbeitskreisen waren heute Vertreter beim Spieleabend, trotz zahlreicher zeitgleicher Pflichtveranstaltungen. So konnten wir wertvolle Informationen und Eindrücke aus erster Hand über einen Querschnitt des Parlaments verteilen." Die Referate seien für die teilnehmenden Politiker und Mitarbeiter von großem Nutzen gewesen, "da in der öffentlichen Diskussion noch immer zahlreiche Informationsdefizite vorhanden sind, die heute ausgeräumt werden konnten."