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E-Sport-Organisationen gründen Solidargemeinschaft DESP e.V.

Am 22. Juni hoben verschiedene E-Sport-Organisationen in Berlin den Deutschen Esports Solidarpakt e.V., kurz DESP, aus der Taufe. Anlass der Gründung war auch die Corona-Krise. Langfristig geht es aber auch um die Förderung der E-Sport-Branche in Deutschland.

25.06.2020 15:43 • von
Der erste Vorstand des Deutschen ESport Solidarpakts (DESP; v..): Andreas Schaetzke, Thorsten Kowalski, Phillip Ebben, Frank Nehring und Dennis Reuvekamp (Bild: DESP e.V.)

Gemeinsam stärker. Mit diesem Gedanken im Sinn haben am 22. Juni über ein Dutzend deutscher Teams, Organisationen aber auch im E-Sport aktive Unternehmen den Deutschen Esports Solidarpakt, kurz DESP, gegründet. Anlass dazu gab unter anderem die Corona-Krise. Denn auch wenn der E-Sport als digitales Medium weniger stark betroffen ist, kann die Pandemie vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen in Bedrängnis bringen. "Wir werden alles versuchen, um diejenigen zu unterstützen, die Hilfe benötigen", sagt Thorsten Kowalski, 1. Vorsitzender des als eingetragenen Verein gegründeten DESK. Er sei stolz, seinen Teil dazu beizutragen, dass der E-Sport im deutschsprachigen Raum eine neue Ebene erreiche - "und zwar durch Teamwork, Loyalität und soziale Kompetenz", so Kowalski.

Mittel- bis langfristig verfolgt der DESP jedoch auch das Ziel, den E-Sport in Deutschland an sich zu unterstützen und fördern. Zumindest ein Stück weit ist der DESP damit auch Gegenentwurf zum Verband ESBD, der sich als Vertreter des E-Sport gegenüber Politik und Gesellschaft versteht. Und die Abgrenzung ist absolut gewollt, auch wenn es offiziell nicht so formuliert wird.

Klar wird dies jedoch spätestens bei der Wortmeldung des 3. Vorstands und Schatzmeister des DESP. Es ist Andreas Schaetzke, Geschäftsführer von Kaydee und Penta Sports, der den ESBD bei der Gründung des europäischen Dachverbands, der Esports Europe Federation (EEF), öffentlich kritisierte. Nach Meinung Schaetzkes sei der Verband zu weit weg von den eigentlichen Protagonisten des E-Sport. "Denn fernab des politischen Parketts ist es viel wichtiger, dass wir wirklich anpacken und gemeinsam agieren", kommentiert er nun die Gründung des DESP. Man habe mit dem Verein eine Bewegung geschaffen, "welche einen solidarischen Umgang, die Förderung unserer Stakeholder und den Aufbau unserer 'E-Sports-Landschaft' zum Ziel" habe.

Schaetzke formuliert damit auch den wohl größten Unterschied zwischen dem ESBD und dem DESP. Während sich der Verband auf die Fahnen schreibt, die Interessen der Szene nach außen hin zu vertreten, geht es dem Solidarpakt vor allem um die wechselseitige Unterstützung. In der Pressemitteilung zur Gründung machen die Verantwortlichen deshalb auch deutlich, dass nicht nur den Folgen der Pandemie entgegengewirkt werden soll, es sollen auch der E-Sport Mittelstand und kleine Organisationen unterstützt werden . "Zu diesen Organisationen zählen neben den klassischen Esports-Vereinen auch die Betreiber von Esports-Bars, Anbieter von Breitensportprojekten im elektronischen Sport sowie andere Unternehmen, die im Esports aktiv sind", heißt es in der Presseerklärung weiter.

Interessant ist die Finanzierung der Hilfen. Neben klassischer Spenden werden Partnerschaften mit Projekten angestrebt, die einen Teil ihrer Einnahmen freiwillig zur Verfügung stellen. So wird das Gaming- und E-Sport-Festival DIGI1 20 Prozent des Projektumsatzes als Fördermittel an den DESP abführen. Daneben wurden bereits eine Reihe namhafter Förderer gewonnen, darunter McDonald's, Chip.de und Nintendo.